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Falsche ÜbersetzungPosten Sie nie «Guten Morgen» auf Arabisch!

Ein Palästinenser wünscht seinen Facebook-Freunden einen guten Morgen, kurz darauf wird er verhaftet. Was ist da bloss falsch gelaufen?

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Ein Palästinenser schrieb  auf seinem Facebook-Profil. Damit wollte er seinen Freunden lediglich «Guten Morgen» wünschen.

Ein Palästinenser schrieb auf seinem Facebook-Profil. Damit wollte er seinen Freunden lediglich «Guten Morgen» wünschen.

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Die israelische Polizei interpretierte die Begrüssung etwas anders: Für sie hiess der Text «Greift sie an».

Die israelische Polizei interpretierte die Begrüssung etwas anders: Für sie hiess der Text «Greift sie an».

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Dazu stand der Mann vor einem Bagger – ein Fahrzeug, das in Israel nicht selten bei Terroranschlägen zum Einsatz kommt. Erst als ein Beamte mit Arabischkenntnissen hinzukam, klärte sich das Missverständnis.

Dazu stand der Mann vor einem Bagger – ein Fahrzeug, das in Israel nicht selten bei Terroranschlägen zum Einsatz kommt. Erst als ein Beamte mit Arabischkenntnissen hinzukam, klärte sich das Missverständnis.

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«يصبحهم» – diese arabischen Buchstaben sorgten dafür, dass ein Palästinenser in Beitar Ilit, einer israelische Siedlung im Westjordanland, etwas erlebte: Der Bauarbeiter schrieb «Guten Morgen» auf seinem Facebook-Profil, dazu postete er ein Foto von sich vor einem Bulldozer. Wenig später nahmen israelische Polizisten ihn fest. Sie meinten, der Mann plane einen Anschlag.

Die israelische Polizei hatte den Übersetzer-Algorithmus von Facebook benutzt, um den Beitrag des Mannes zu entziffern. Das Programm übersetzte die Begrüssung aber als «Greift sie an!» in der hebräischen Version und «Verletzt sie!» in der englischen. Dazu posierte der Palästinenser vor dem Bulldozer – die Polizisten befürchteten, dass das Gefährt für einen Anschlag benutzt werden könnte, was in Israel immer wieder vorkommt.

Als erstes löschte er seinen Facebook-Beitrag

Während der stundenlangen Befragung durch die Polizei erklärte der Bauarbeiter, dass es sich um einen umgangssprachlichen Ausdruck handle. Ein israelischer Beamte mit Arabischkenntnissen bestätigte später die Angaben des Palästinensers. Wie die Zeitung «Haaretz» berichtet, war damit das Missverständnis geklärt. Der Mann wurde freigelassen. Seinen Facebook-Post löschte er umgehend.

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