Aktualisiert 26.02.2010 13:25

Dankeschön für gutes JahrPostfinance investiert Millionen in Schoggi

Die Postfinance ist die grosse Gewinnerin der Finanzkrise. Nun lässt sie auch ihre Kunden am Erfolg teilhaben: Dieser Tage erhalten Hunderttausende edle Pralinen von der Confiserie Sprüngli. Die Charme-Offensive dürfte sich langfristig auszahlen.

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sas/scc

«Die Post bringt Pakete» – die Postfinance auch: Derzeit erhalten Postfinance-Kunden eine süsse Überraschung nach Hause geliefert, die «Postfinance Collection de Truffes». Die schwarze Schachtel enthält 25 Leckereien aus der Confiserie Sprüngli. Wie viele Pralinen-Schachteln total versendet werden, will Postfinance nicht bekannt geben. Gegenüber «Cash» sagte Sprecher Alex Josty: «Der Versand ging an einige Hunderttausend Kunden».

Wie teuer ist die Schoko-Offensive?

Die Postfinance lässt sich ihre Charme-Offensive einiges kosten. Zahlen nennen die «Pöstler» offiziell aber keine: Bei Sprüngli kostet eine Schachtel Edeltruffes mit 36 Stück 59 Franken, jene mit 16 Stück rund 31 Franken. Rechnet man für die Postfinance-Pralinen mit 45 Franken pro Packung und 200 000 beschenkten Kunden, kostet dies das Finanzinstitut bereits 9 Millionen Franken. Beschenkt die Postfinance sogar 500 000 ihrer 2,63 Millionen Kunden (Stand Ende 2009), würde die Schokolade-Offensive bereits mit über 22 Millionen zu Buche schlagen.

Rekordgewinn von 448 Millionen Franken

Die Postfinance kann sich dieses «Zeichen der Wertschätzung» für ein «ausgezeichnetes Jahr», wie dies auch auf der Pralinenschachtel steht, leisten. Das Finanzinstitut erwirtschaftete im vergangenen Jahre einen Rekordgewinn von knapp 448 Millionen Franken, was einer Steigerung von 90 Prozent gegenüber dem Jahr 2008 entspricht. Und auch die Kunden flogen der Postfinance im Multipack zu: Vorwiegend als Folge des fehlenden Vertrauens in andere Schweizer Institute zählte die Postfinance 2009 rund 126 000 Neukunden und verwaltet neu Vermögen von total 73 Milliarden Franken.

Wer wird beschenkt?

Welche Kunden genau beschenkt werden, will Postfinance nicht verraten. Ein Kriterium ist dabei laut Josty aber die Qualität und Dauer der Kundenbeziehung. Unter Qualität versteht die Postfinance, wie «interessant» ein Kunde für sie ist. «Interessant» bezieht sich in der Bankersprache hauptsächlich auf die Rentabilität und das Potenzial eines Kunden.

Ist diese kostspielige Aktion der «Pöstler» sinnvoll? Ja, findet Marketingprofessor Stefan Michel: «Die paar Franken, die Postfinance in ein Kundengeschenk investiert, zahlen sich langfristig aus.» Im Dienstleistungsbereich wisse man, dass loyale Kunden rentabel seien. Und gerade bei einem immateriellen Produkt wie einem Konto fehle die emotionale Bindung zum Kunden. Mit süsser Schokolade lassen sich laut Michel Emotionen zur Förderung dieser Bindung gut vermitteln.

Auch Raiffeisen macht Geschenke

Ein anderer Gewinner aus der Finanzkrise sind die Raiffeisenbanken. Sie bedanken sich laut dem Mediensprecher Stefan Kern dieses Jahr bei allen 1,6 Millionen Kunden: «Wir ermöglichen den Mitgliedern eine Reise und eine Übernachtung zum halben Preis in der Region Waadt/Genf.» Jedes Jahr sei eine andere Schweizer Region Ziel der Aktion. Langjährigen Kunden offeriert Raiffeisen ein weiteres «Goodie» Sie erhalten bessere Konditionen auf Sparkonten.

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