Überfall geplant: Posträuber-Komplize muss ins Gefängnis
Aktualisiert

Überfall geplantPosträuber-Komplize muss ins Gefängnis

Ein italienischer Profiräuber hatte zusammen mit dem Ex-Fraumünster-Posträuber einen Überfall geplant. Dafür muss er über zwei Jahre ins Gefängnis.

von
Attila Szenogrady

Der heute 51-jährige Italiener wies am Dienstag vor dem Bezirksgericht Zürich alle Vorwürfe zurück. Der arbeitslose Mann hatte in den letzten 30 Jahren mindestens 40 zum grössten Teil bewaffnete Raubüberfälle verübt und mindestens acht Jahre in italienischen Haftanstalten verbracht.

Laut Staatsanwaltshaft sollte der in Zürich inhaftierte Berufskriminelle weitere drei Jahre in Schweizer Gefängnissen verbüssen. Der Grund dafür: Der ehemalige Drogenkonsument soll zusammen mit dem berüchtigten Ex-Fraumünster-Posträuber Domenico Silano mitten in Zürich den Coup seines Lebens geplant haben. Die beiden Beschuldigten wollten im Mai 2010 an der Pelikanstrasse einen UBS-Kurier überfallen und mindestens 150 000 Franken erbeuten.

Beide Männer hatten laut Anklage bereits konkrete Vorbereitungshandlungen getroffen. So hatten sie gemäss Staatsanwalt Sturmhauben gekauft und Waffen organisiert. Allerdings bliesen sie das Unternehmen kurz vor der Ausführung ab. Zu ihrem Pech hatte sie die Zürcher Polizei aber bereits beobachtet und auch in einem Auto mit einer Wanze abgehört.

Verantwortung auf Silano geschoben

Vor Gericht hinterliess der italienische Profiräuber einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits bezeichnete er sich als schwarzes Schaf der Familie und als gemeinen Räuber. Andererseits mimte er das Unschuldslamm, indem er den als «Mimmo» genannten Silano als unumstrittenen Boss und Chef des geplanten Raubüberfalls bezeichnete. Er sei bloss in die Schweiz gekommen, um eine anständige Arbeit zu suchen, erklärte er. Dann habe er sich an die falsche Person gewandt, an Domenico Silano. Dieser habe etwas vom Überfall gequasselt. Er habe aber nichts richtig mitbekommen. Auch der Verteidiger forderte einen vollen Freispruch und eine Entschädigung von 120 000 Franken.

Zwei Jahre und neun Monate unbedingt

Das Bezirksgericht ist in seinem am Mittwoch eröffneten Urteil der Anklage gefolgt. Es hat den Profiräuber für schuldig befunden und zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren sowie neun Monaten verurteilt.

Der Gerichtsvorsitzende Beat Gut sah den nicht geständigen Beschuldigten als überführt an. In erster Linie aufgrund der Abhörprotokolle der Polizei. Diese zeigten klar auf, dass der Italiener während der Gespräche ein grosses Interesse am geplanten Ueberfall gezeigt hatte. Hinzu kamen mehrere Zeugenaussagen von Beteiligten, welche den Beschuldigten belasteten. Die entlastenden Darstellungen Silanos, der die gesamte Schuld auf sich nahm, stufte das Gericht dagegen als erlogen und nicht glaubhaft ein.

Die Verhandlung gegen den mitbeschuldigten Silano ist noch hängig. Der 40-jähige Italiener hat im letzten Oktober einen ersten Prozess platzen lassen. So zog er ein ursprüngliches Geständnis zu Lasten seines Komplizen vor den Schranken überraschend zurück.

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