Aktualisiert 03.05.2006 17:51

Potsdamer Prügelopfer wieder ansprechbar

Zweieinhalb Wochen nach dem rassistischen Überfall auf einen Deutschen äthiopischer Abstammung in Potsdam kann das Opfer erstmals wieder kommunizieren.

Zur weiteren Rehabilitation sei der 37-Jährige ins Unfallkrankenhaus Berlin verlegt worden, teilte das Potsdamer Ernst-von-Bergmann-Klinikum am Mittwoch mit. Ermyas M. hatte eine schwere Schädel-Hirn-Verletzung erlitten. Bereits seit einigen Tagen kann der Wissenschaftler wieder unabhängig von einer Maschine Luft holen.

Ende vergangener Woche hatten die Ärzte eine erste Besserung des Gesundheitszustandes melden können, seither befindet sich das Opfer nicht mehr in akuter Lebensgefahr. Prognosen über bleibende Schäden seien aber weiterhin nicht möglich, hiess es. Der Familienvater war am frühen Ostersonntag von zwei Männern niedergeschlagen und lebensgefährlich verletzt worden. Die Handy-Mailbox seiner Frau hatte einen Teil des Überfalles aufgenommen. Dabei war zu hören, dass die Täter Ermyas M. als «Scheiss Nigger» beschimpften. Die Bundesanwaltschaft geht deshalb von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus. Zwei in Untersuchungshaft sitzende Tatverdächtige streiten bisher jede Beteiligung ab. (dapd)

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