Aktualisiert 03.12.2006 16:26

Prada gewinnt: My Mui am Ende

Das Ostschweizer Fashionlabel My Mui muss sich aus dem Modebusiness zurückziehen. Prada focht die Registrierung der Marke erfolgreich an - eine Klage droht. 17 junge Enthusiasten sind arbeitslos - darunter Ex-Mister-Schweiz Claudio Minder.

«Wir können es immer noch nicht fassen! Tag für Tag haben wir mit Herzblut unser junges Unternehmen mit Kreativen Ideen aufgebaut und Visionen und Träume gelebt. Von heute auf morgen - es ist unfassbar...», heisst es auf der Website von My Mui.

Das Luxuslabel Miu Miu, ein Tochterunternehmen von Prada, erhob Einspruch gegen die Registrierung des Markennamens My Mui (gesprochen: «Mei Mui»). Die Verwechslungsgefahr zwischen den zwei Labeln sei zu hoch, argumentierte die juristische Abteilung von Prada - mit Erfolg. Aufgrund der Einsprache Pradas wurde My Mui vom Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum die Registrierung des Markennamens verweigert.

Möglicherweise zieht Miu Miu gleich hinterher und strengt nun eine Zivilklage mit einer saftigen Busse gegen die Thurgauer Firma an. Patentanwälte empfahlen My Mui, auf keinen Fall weitere Kleider anzufertigen, da dies mit Sicherheit zu einer Geldbusse führen würde. My Mui will nur noch die bereits produzierte Herbst-/Winterkollektion ausliefern und dann die Tore schliessen.

Die Geschäftsführer von My Mui, der 18-jährige Mathias Müller und Bruder Karl (21) gründeten die Firma Ende 2004. Bereits nach zweijähriger Aufbauphase hatte das junge Ostschweizer Modelabel beachtliche Erfolge gefeiert (20 Minuten berichtete mehrfach) und erfreute sich eines grossen Bekanntheitsgrades.

Die Jungunternehmer verstehen die Welt nicht mehr: Während Prada mit Miu Miu teure Luxusartikel verkauft, richtet sich My Mui ans kleine Budget. Auch leuchtet den Ostschweizern nicht ein, wie man My Mui mit Miu Miu verwechseln könne. «Eine bittere Pille für mich. Ich hätte nie gedacht, dass My Mui eine Bedrohung für Miu Miu darstellen könnte», sagt Claudio Minder, Geschäftsführer des Zürcher Shops und ehemaliger Mister Schweiz.

Noch unklar ist nach Angaben der Jungunternehmer gegenüber 20minuten.ch, ob das Label unter anderem Namen fortgeführt wird. Im Moment herrscht bei den jungen Modemachern nur grosse Betroffenheit über einen für sie unverständlichen Entscheid. 17 Personen in der Schweiz und in Südkorea verlieren ihren Job.

(ast)

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