Rechtsextreme Partei: Prämie für kleine Mussolinis
Aktualisiert

Rechtsextreme ParteiPrämie für kleine Mussolinis

Eine rechtsextreme Partei offeriert Eltern in Süditalien eine Prämie von 1500 Euro. Einzige Bedingung: Sie müssen ihr Kind nach dem faschistischen Diktator Benito Mussolini oder seiner Frau Rachele benennen.

Das Kindergeld will die rechtsextreme Splitterpartei Movimento Sociale - Fiamma Tricolore (MS-FT) von 2009 an zahlen - vorerst in fünf kleinen Orten der süditalienischen Region Basilicata, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. «Die Initiative ist das kleine Signal einer kleinen Partei», erklärte ein Regionalsprecher. «Die Wahl der Namen ist völlig zufällig.»

Benito und Rachele seien schöne Namen, das Angebot habe weder faschistische noch rassistische Untertöne, hiess es weiter. Es gehe darum, etwas gegen die tiefe Geburtenrate in der Region zu unternehmen. Allerdings verlangt die Partei, dass mindestens ein Elternteil italienisch ist. Benito Mussolini war von 1922 bis 1943 in Italien an der Macht und führte unter anderem wie Adolf Hitler antisemitische Rassengesetze ein.

Adolf – ein Name verschwindet

Apropos Adolf: Dieser Name ist heute praktisch verschwunden, wie die Statistik einer deutschen Website aufzeigt. Nach einem steten Rückgang seit 1900 erlebte der Vorname ab 1933 einen deutlichen Aufschwung. Doch schon während des Zweiten Weltkriegs wollten immer weniger Deutsche ihren Nachwuchs nach dem «Führer» benennen. Nach Kriegsende gab es nochmals einen kurzen Boom, vermutlich als Trotzreaktion von unbelehrbaren Nazi-Anhängern. Seit 1950 aber gibt es so gut wie keine Adolfs mehr in Deutschland.

(pbl)

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