Aktualisiert 12.06.2019 00:49

Comparis

Prämien könnten 2020 um bis zu drei Prozent steigen

Der Vergleichsdienst erwartet, dass die Krankenkassenprämien weiter steigen – weil die Patienten immer mehr medizinische Leistungen beanspruchen.

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Eine Studie des Bundesamts für Gesundheit belegt, dass Krankenkassenprämien einen immer höheren Anteil des Einkommens von Versicherten mit tiefem Einkommen aufgefressen haben, trotz Prämienverbilligungen.

Eine Studie des Bundesamts für Gesundheit belegt, dass Krankenkassenprämien einen immer höheren Anteil des Einkommens von Versicherten mit tiefem Einkommen aufgefressen haben, trotz Prämienverbilligungen.

Keystone/Christian Beutler
Der Schnitt aller Kantone lag im Jahr 2017 bei 14 Prozent des Einkommens. Im Jahr 2014 lag der Anteil noch bei 11 Prozent.

Der Schnitt aller Kantone lag im Jahr 2017 bei 14 Prozent des Einkommens. Im Jahr 2014 lag der Anteil noch bei 11 Prozent.

Keystone/Christian Beutler
2019 wächst die mittlere Prämie um 1,2 Prozent. Seit 2008 ist es der tiefste Wert.

2019 wächst die mittlere Prämie um 1,2 Prozent. Seit 2008 ist es der tiefste Wert.

BAG

Der Internetvergleichsdienst Comparis.ch erwartet, dass die Prämien für die Grundversicherung der Krankenkassen 2020 um zwei bis drei Prozent steigen. Kosten- und Prämientreiber seien nicht die Preise, sondern die Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen, schrieb Comparis.

Gesenkte Preise oder Tarife verpufften angesichts der zunehmenden Menge an Leistungen für die Patientinnen und Patienten, hiess es in der Mitteilung vom Dienstag. Comparis kritisierte den «Tarmed-Dschungel» bei der Abrechnung von ambulanten Leistungen.

Ärzte und Spitäler könnten «die besseren Tarifpositionen bei der Fakturierung nutzen und die schlechteren vermeiden», liess sich Felix Schneuwly, Krankenkassen-Experte von Comparis, zitieren. Die Kassen könnten nicht kontrollieren, ob die Tarifpositionen auf den Rechnungen den tatsächlichen Leistungen entsprächen.

Mehr für teure Medikamente ausgegeben

Auch der Effekt der Preissenkungen bei Medikamenten verpufft laut Comparis. Von Jahr zu Jahr werde mehr für teure Medikamente ausgegeben. Comparis hat ausgerechnet, dass jeder fünfte Franken gegen Krebs für Medikamente ausgelegt wird, die noch nicht zugelassen sind oder die nicht auf der Spezialitätenliste stehen.

Nachhaltige Wirkung zeigen dagegen in den Augen von Schneuwly die Fallpauschalen für stationäre Behandlungen im Spital und dass bestimmte Eingriffe statt stationär ambulant vorgenommen werden. Er hält es allerdings für unabdingbar, dass ambulante und stationäre Leistungen einheitlich finanziert werden. Heute werden ambulante Behandlungen von den Krankenkassen vergütet.

Bei stationär erbrachten Behandlungen von Spitälern übernehmen die Kantone 55 Prozent der Kosten. Die Gesundheitskommission des Nationalrates hat kürzlich eine Vorlage zur einheitlichen Finanzierung von stationären und ambulanten Behandlungen verabschiedet. (sda)

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