Aktualisiert 20.03.2017 09:04

Krankenkasse

Prämien steigen auf 517 Franken pro Monat

Ökonomen der Credit Suisse sagen einen massiven Anstieg der Krankenkassenprämien voraus. Im Jahr 2040 werden die Schweizer pro Monat 517 Franken zahlen.

von
vb
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Die Gesundheitskosten dürften bis 2040 jährlich um über 3 Prozent steigen. Das schreibt die Credit Suisse in der Studie «Monitor Schweiz».

Die Gesundheitskosten dürften bis 2040 jährlich um über 3 Prozent steigen. Das schreibt die Credit Suisse in der Studie «Monitor Schweiz».

Keystone/Christian Beutler
Die Schweiz dürfte im Jahr 2040 knapp 15 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für das Gesundheitswesen aufwenden. Heute sind es 11 Prozent.

Die Schweiz dürfte im Jahr 2040 knapp 15 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für das Gesundheitswesen aufwenden. Heute sind es 11 Prozent.

Keystone/Christian Beutler
Im Jahr 2040 werden die Schweizer für die obligatorische Krankenversicherung 517 Franken pro Monat an Prämien zahlen. Im Jahr 2015 waren es 274 Franken.

Im Jahr 2040 werden die Schweizer für die obligatorische Krankenversicherung 517 Franken pro Monat an Prämien zahlen. Im Jahr 2015 waren es 274 Franken.

Keystone/Christian Beutler

Die Grossbank Credit Suisse (CS) hat in einer neuen Studie den Schweizer Gesundheitsmarkt unter die Lupe genommen. Es sind keine guten Nachrichten, die die Autoren haben: Die Gesundheitskosten dürften bis 2040 jährlich um über 3 Prozent

steigen. Die Schweiz dürfte zu jenem Zeitpunkt knapp 15 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für das Gesundheitswesen

aufwenden. Heute sind es 11 Prozent. «In diesem Szenario werden sich die durchschnittlichen Krankenkassenprämien pro Kopf beinahe verdoppeln», sagt Andreas Christen, Hauptautor der Studie.

In Franken ausgedrückt heisst das: Im Jahr 2040 werden die Schweizer 517 Franken pro Monat an Krankenkassenprämien zahlen. Im Jahr 2015 waren es 274 Franken. Innert 25 Jahren ist das fast eine Verdoppelung (+ 44 Prozent), rechnen die CS-Ökonomen vor.

Alterung ist nicht Hauptgrund

Schon in den vergangenen zehn Jahre stiegen die Gesundheitskosten in der Schweiz um gut ein Drittel. Weit verbreitet ist die Annahme, dass dafür die Alterung der Bevölkerung der Hauptgrund sei. Falsch, sagen die Studienautoren: Die Alterung sei nur für rund 18 Prozent des Ausgabenanstiegs verantwortlich. Der Anteil des demografischen Wandels an der Kostensteigerung werde somit überschätzt.

Die Gründe für die steigenden Kosten liegen anderswo: Die CS-Ökonomen nennen den medizinischen Fortschritt, den individuellen Mehrkonsum und systembedingte Fehlanreize. Diese nichtdemografischen Gründe seien für

etwas mehr als die Hälfte (52 Prozent) des Kostenanstiegs verantwortlich. «Offensichtlich generiert die Tatsache, dass die bezogenen Leistungen nur zu einem geringen Teil selber bezahlt werden müssen, Fehlanreize in Richtung Überkonsum», heisst es in der Studie «Monitor Schweiz». Das Bevölkerungswachstum war derweil für rund 28 Prozent des Ausgabenanstiegs verantwortlich.

Wichtiger Wirtschaftszweig

Das Schweizer Gesundheitswesen hat sich in den vergangenen

Jahrzehnten zu einem wichtigen Wirtschaftszweig entwickelt. Es leiste einen signifikanten Beitrag zur Beschäftigung und zum Wohlstand in der Schweiz, schreibt die CS. Rund 70 Milliarden Franken – das sind mehr als 10 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung – werden hierzulande für Gesundheit ausgegeben. Bereits jeder zehnte Schweizer arbeitet im Gesundheitswesen.

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