Krankenkassen: Prämien steigen nächstes Jahr um 3 bis 4 Prozent

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KrankenkassenPrämien steigen nächstes Jahr um 3 bis 4 Prozent

Offiziell gibt der Bund die neuen Prämien erst Ende Monat bekannt. Der Anstieg dürfte rund 4 Prozent betragen. St. Galler und Bündner trifft es aber viel härter.

von
sas

So ein Frust: Die Krankenkassenprämien steigen und steigen.

Dass die Krankenkassenprämien aufs neue Jahr steigen werden, ist so gut wie sicher. Offen ist allerdings die genaue Höhe des Anstiegs. Gelingt es Gesundheitsminister Alain Berset wenigstens, die Kostenexplosion etwas zu dämpfen? Das Vergleichsportal Verivox und die Experten Global Sana gehen davon aus, dass die Prämien in der Grundversicherung im Schnitt um 3 bis 4 Prozent steigen werden. Diesen Berechnungen von Verivox liegen die Informationen von Krankenkassen zugrunde, die zusammen rund die Hälfte des Marktes abdecken.

Alain Berset hatte erst vor Monatsfrist entschieden, dass über Einschnitte im Ärztetarif Tarmed definitiv 470 Millionen Franken gespart werden sollen, was einer Reduktion von 1,5 Prämienprozentpunkten entsprechen dürfte. «Ohne diese Änderung würden die Prämien vermutlich um 4 bis 5 Prozent steigen», schreibt Verivox. In den letzten Jahren sind die Prämien der Grundversicherung jeweils im Durchschnitt um rund 4 Prozent gestiegen.

«Die finanzielle Situation der Kassen und die Kostenentwiklung erfordern eine Erhöhung der Prämien um 5 Prozent», sagt auch Felix Schneuwly, Krankenkassenexperte bei Comparis. Wie viel im nächsten Jahr mit dem Eingriff des Bundesrats in den Tarmed tatsächlich gespart werde, sei höchst ungewiss. Es ist laut Schneuwly deshalb höchst riskant, wenn jede Kasse nun ihre Prämienprognosen um 1,5 Prozent nach unten korrigieren muss, wie das vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) angeblich verlangt wird. Kassen trügen ein unternehmerisches Risiko.

Freude in Schwyz, Ärger in St. Gallen

Die Befragung der Krankenkassen zeigt, dass es zu enormen regionalen Unterschieden bei den Prämienaufschlägen kommen wird. So dürften sich Kunden einiger Anbieter im Kanton Schwyz über nur geringe Erhöhungen oder sogar Senkungen freuen, während die Einwohner von St. Gallen und Graubünden Aufschläge bis 10 Prozent in Kauf nehmen müssen. «Versicherte, die ein alternatives Modell gewählt oder sich für eine höhere Franchise entschieden haben, müssen ebenfalls mit stärkeren Aufschlägen rechnen», sagt Christoph Biveroni von Verivox.

Die Mehrheit der Schweizer hat eine Zusatzversicherung. Während der Spitalzusatz «Allgemeine Abteilung ganze Schweiz» im kommenden Jahr eher günstiger wird, rechnen einige der befragten Krankenkassen mit massiven Aufschlägen bei den Leistungen «Halbprivat» und «Privat».

Jeder Fünfte will die Kasse wechseln

Die jährlich steigenden Krankenkassenprämien haben auch eine Auswirkung auf die Wechselwilligkeit der Bevölkerung: 20 Prozent der Schweizer wären bereit, diesen Herbst den Anbieter zu wechseln, wie eine Erhebung des Vergleichsdienstes Bonus.ch zeigt. Die Absicht, zu einem neuen Versicherer zu gehen, liegt dieses Jahr sehr viel höher als die effektive Wechselrate, die zuletzt bei rund 12 Prozent lag.

Die höchste Wechselabsicht hegen die Einwohner des Kantons Jura, der in den letzten zwei Jahren mit starken Erhöhungen konfrontiert war: 43,5 Prozent der Befragten sind bereit, diesen Herbst die Versicherung zu wechseln. Hoch ist die Absicht mit 41 Prozent auch im Kanton Luzern. Tief ist die Wechselquote mit 10 Prozent in Solothurn und mit rund 11 Prozent in Genf.

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Wie hoch wird der Prämienschub 2018? In der letzten Woche im September kommuniziert Gesundheitsminister Alain Berset für gewöhnlich die Krankenkassenprämien.

Wie hoch wird der Prämienschub 2018? In der letzten Woche im September kommuniziert Gesundheitsminister Alain Berset für gewöhnlich die Krankenkassenprämien.

Keystone/Anthony Anex
Das Vergleichsportal Verivox und die Experten Global Sana gehen davon aus, dass die Prämien in der Grundversicherung im Schnitt 3 bis 4 Prozent steigen werden.

Das Vergleichsportal Verivox und die Experten Global Sana gehen davon aus, dass die Prämien in der Grundversicherung im Schnitt 3 bis 4 Prozent steigen werden.

Keystone/Christian Beutler
Laut Verivox wird es zu enormen regionalen Unterschieden bei den Prämienaufschlägen kommen. So dürften sich Kunden einiger Anbieter im Kanton Schwyz über nur geringe Erhöhungen oder sogar Senkungen freuen, während St. Galler und Bündner Aufschläge bis 10 Prozent in Kauf nehmen müssen.

Laut Verivox wird es zu enormen regionalen Unterschieden bei den Prämienaufschlägen kommen. So dürften sich Kunden einiger Anbieter im Kanton Schwyz über nur geringe Erhöhungen oder sogar Senkungen freuen, während St. Galler und Bündner Aufschläge bis 10 Prozent in Kauf nehmen müssen.

Keystone/Christian Beutler

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