So versorgen sich Ergänzungsmittel-Fans: «Ich nehme ein Package aus Vitamin B, C, E, A, D3 und Spurenelementen»
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So versorgen sich Ergänzungsmittel-Fans«Ich nehme ein Package aus Vitamin B, C, E, A, D3 und Spurenelementen»

Sie sind überzeugt, dass Nahrungsergänzungsmittel ihrer Psyche und Körper gut tun: Vier Personen erzählen, weshalb sie auf Vitamin-Pillen und Öl-Präparate setzen – und wie viel Geld sie dafür ausgeben.

von
Georgia Chatzoudis
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Seit etwa sechs Jahren versucht Fabian M. (34) durch verschiedene Nahrungsergänzungsmittel die Symptome seiner Schizophrenie zu minimieren. 

Seit etwa sechs Jahren versucht Fabian M. (34) durch verschiedene Nahrungsergänzungsmittel die Symptome seiner Schizophrenie zu minimieren.

Privat
Der 34-Jährige hat sich durch wissenschaftliche Studien und Ausprobieren intensiv mit Nahrungsergänzungsmittel auseinandergesetzt.

Der 34-Jährige hat sich durch wissenschaftliche Studien und Ausprobieren intensiv mit Nahrungsergänzungsmittel auseinandergesetzt.

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«Meine körperliche Verfassung hat sich durch die Einnahme von Vitamin D und Magnesium verbessert», so Patrick K (29).

«Meine körperliche Verfassung hat sich durch die Einnahme von Vitamin D und Magnesium verbessert», so Patrick K (29).

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Darum gehts

  • In den letzten Jahren gibt es einen Anstieg im Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln.

  • Viele Menschen nehmen Vitamine, Ballaststoffe und ähnliche Mittel vorbeugend ein, um sich vor Krankheiten zu schützen und diese zu beseitigen.

  • Experten sind der Ansicht, dass die Auswirkungen häufig Ergebnis eines Placebo-Effektes sind.

  • Privatpersonen berichten von positiven Veränderungen ihrer Lebensqualität, seit der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln.

«Ich konnte meine Antidepressiva absetzen»
Sandra N.* (33)

Ich hatte mein zweites Burnout im Sommer 2019 und musste Antidepressiva und Entspannungstabletten nehmen. Ich bin per Zufall auf einen Post eines befreundeten Ernährungsberaters gestossen, wo dieser erklärt, wie eine gestörte Hormonsituation ein Burnout auslösen kann. Seit Oktober 2019 arbeite ich mit ihm zusammen und nehme Nahrungsergänzungsmittel. Einige Wochen nach Beginn der Zusammenarbeit konnte ich sowohl die Antidepressiva, als auch die Entspannungstabletten absetzen und habe nie wieder etwas davon gebraucht. Zudem führe ich eine App, wo ich mein Essen eingebe, um meine Werte zu erreichen.

Mir ging es davor sehr schlecht. Ich bin während der Arbeit wegen meinen Schlafstörungen im Stehen fast eingeschlafen und konnte meine Augen kaum aufhalten. Nach drei Wochen ging es mir schon viel besser. Im April 2020 habe ich meine «Burnout-Therapie» beendet. Ich bin überglücklich und fühle mich so gut wie noch nie. Ich bin froh, dass ich das so gemacht habe. Aber es ist wichtig auch andere Aspekte zu betrachten und nicht einfach blindlings Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Mein Coach bestellt die Nahrungsergänzungsmittel in Amerika. Dort sind sie viel günstiger und höher dosiert als in der Schweiz - ist schon echt frech was hier verlangt wird. Ihre Kosten im Monat liegen bei ca. 100 Franken.

«Seit ich eine Kur mit Nahrungsergänzungsmittel begonnen habe, konnte ich meine Antidepressiva absetzen», sagt die 34-jährige Sandra N.

«Seit ich eine Kur mit Nahrungsergänzungsmittel begonnen habe, konnte ich meine Antidepressiva absetzen», sagt die 34-jährige Sandra N.

«Ich habe ausprobiert, was mir gut tut»
Fabian M.* (34) aus der Bodenseeregion

«Vor einigen Jahren ist Schizophrenie bei mir diagnostiziert worden. Bei einem Klinikaufenthalt sind mir auch diverse Medikamente verschrieben worden, die nicht viel genutzt haben. Seit zwei Jahren nehme ich verschiedene Nahrungsergänzungsmittel, die sich sehr positiv auf meine psychische Gesundheit ausgewirkt haben. Intuitiv bin ich auf Schwarzkümmelöl gestossen, welches einen hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren aufweist und zudem Vitamin B und Vitamin E enthält. Da ich selbst gemerkt habe, dass Nahrungsergänzungsmittel einen positiven Einfluss auf meine Psyche haben, habe ich weiter ausprobiert, was mir gut tut und so habe ich nun eine Zusammenstellung von Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen, Antioxidanzien und Fettsäuren, die mir helfen. Nach eigenständiger Konsultation zahlreicher wissenschaftlicher Studien habe ich zusammen mit einem Kollegen eine App entwickelt, mit der man die Einnahme der Supplements und den resultierenden Gemütszustand protokollieren kann. Es ist wichtig, eigenständig auf seine Gesundheit zu achten. Nahrungsergänzungsmittel sind meiner Meinung nach ein guter Weg.»


Das sagt die Wissenschaft

Nahrungsergänzungsmittel sollen unser Immunsystem stärken und unsere Organe fit machen – das suggerieren die Hersteller. «Für eine bestimmte Zielgruppe – zum Beispiel Schwangere und ältere Personen, kann eine vorübergehende Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels sinnvoll sein», sagt Eva van Beek, Sprecherin beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV. Auch die Gabe von Vitamin D ist mitunter hilfreich. «Eine gesunde, erwachsene Person, die sich abwechslungsreich und ausgewogen ernährt und die Empfehlungen der Schweizerischen Nahrungsmittelpyramide beachtet, benötigt in der Regel keine Nahrungsergänzungsmittel.» Weitere Infos zur wissenschaftlichen Seite finden Sie hier.


«Für mich ist es eine Vorsorge-Investition»
Sandra B.* (34) aus dem Thurgau

«Ich nehme seit etwa sechs Jahren täglich Nahrungsergänzungsmittel ein. Dabei handelt es sich um ein Package, bestehend aus dem Vitamin B-Komplex, C, E, A, vielen Pflanzenfasern, Ballaststoffe, Probiotika. Natürlich fehlen auch die Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamin D3 nicht. Es ist alles in flüssiger Form, da die Vitamine so vom Körper besser aufgenommen werden. Die Empfehlung für diese Kur habe ich von einer Kollegin erhalten. Zuerst war ich sehr skeptisch, habe aber nachdem ich es ausprobierte, festgestellt, dass mir die Einnahme gut tut. Ich hatte zuvor Probleme mit der Verdauung und regelmässige Blasenentzündungen - beides Beschwerden, die ich seit ich Nahrungsergänzungsmittel nehme, nicht mehr habe. Ich erhalte mein Abo alle drei Monate per Post, für 120 Franken monatlich. Mir ist es wichtig , dass es qualitativ hochwertige Produkte sind. Für mich ist es auch eine Vorsorge-Investition, da ich nicht mit der täglichen Nahrung fünf Portionen Gemüse und Früchte einnehme. Mit der Ergänzung kann ich Lücken schliessen, damit ich optimal den ganzen Tag versorgt bin.»


«Heute kann ich wieder Gemüse essen»
Patrick K.* (29), aus Zürich Oberland

«Vor sechs Jahren wurde bei mir die Autoimmunerkrankung Hashimoto und ein sehr tiefer Vitamin D-Spiegel festgestellt. Aus diesem Grund musste ich lang Hormone schlucken. Seit drei Monaten nehme ich aus diesem Grund Vitamin D-Präparate. Damit habe ich nur gute Erfahrungen gemacht. Zum einen zeigen meine Blutwerte gute Vitamin D-Sättigung. Gleichzeitig hat sich dadurch meine Lebensqualität physisch und psychisch verbessert: Früher hatte ich immer wieder Gelenkschmerzen und Herzrasen und war dementsprechend schlecht gelaunt, gar leicht depressiv. Das ist seit drei Monaten nicht mehr nachzuweisen. Auch meine Verdauung hat sich massiv verbessert, so dass ich nun gewisse Gemüsesorten wieder essen kann. Als ich die Empfehlung von einem Arbeitskollegen erhalten habe, hätte ich nie gedacht, dass das solch einen Einfluss haben könnte. Mein Leben hat sich dadurch stark verbessert. Natürlich sollte man sich vor der Einnahme gut informieren und einlesen. Ich habe dies mittels verschiedener Quellen im Internet gemacht. Bei einer Seite bestelle ich auch diverse Präparate, die bei einem Vitamin D-Mangel empfohlen werden. Im Wert von rund 30 Franken monatlich.»

*Name der Redaktion bekannt.

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