Aufgetaut: Präparation von Jungbär «4» hat begonnen
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AufgetautPräparation von Jungbär «4» hat begonnen

Der Berner Tierpark Dählhölzli hat mit der Präparation des Jungbären «4» begonnen. Der tiefgefrorene Bär wurde in der Nacht auf Dienstag aufgetaut.

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meo/sda
Präparatorin Sabrina Beutler trennt behutsam das Fell vom Körper des Jungbären.

Präparatorin Sabrina Beutler trennt behutsam das Fell vom Körper des Jungbären.

Bevor die mehrfach ausgezeichnete Präparatorin Sabrina Beutler an Bärli «4» Hand anlegen konnte, wurde der kleine Tierkörper für wissenschaftliche Zwecke geröntgt. Anschliessend trennte die Präparatorin das Fell vom restlichen Körper. Es wird nun im Naturhistorischen Museum gegerbt und die Überreste für eine Plastik vermessen. «Ziel ist es, die gegerbte Tierhaut über den nachgebildeten Tierkörper ziehen zu können», sagt Zoopädagogin Doris Slezak. Bereits während des Auftauens wurden konservierende Substanzen eingesetzt, um den Zersetzungsprozess zu verhindern. Vom Gesicht des Jungbären wurde ein Gipsabdruck gemacht. «Das Präparat soll am Schluss eine möglichst naturgetreue und realistische Körperhaltung haben», sagt Slezak.

Eingeschläferte Jungbären

Die Jungbären «3» und «4» hatten im April eingeschläfert werden müssen, nachdem ihr Vater rabiat mit ihnen umgegangen war. Vater Misha und Mutter Masha waren 2009 als russisches Staatsgeschenk nach Bern gekommen. Als Waisenbären hatten sie nie die Möglichkeit, vollständiges Bärenverhalten von ihren Müttern zu erlernen. Mit diesem Umstand erklärt das Dählhölzli das Verhalten der Bären gegenüber ihrem Nachwuchs, das diesen Frühling landesweit für Aufsehen sorgte. «Die Geschichte der Jungbären mit dem traurigen Ende werden wir, auch anhand des Jungbärenpräparats, sicher immer wieder erzählen und erklären», sagt die Zoopädagogin.

Wiederholen wird sich die Geschichte des gescheiterten Aufzuchtversuchs nicht. Misha wurde vor wenigen Tagen sterilisiert.

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