Präsident der Elfenbeinküste ruft zur Ruhe auf
Aktualisiert

Präsident der Elfenbeinküste ruft zur Ruhe auf

Nach dreitägigen gewaltsamen Unruhen hat der Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, seine Anhänger zur Beendigung ihrer Proteste aufgerufen.

Alle Bürger des Landes sollten nach Hause gehen und ab Donnerstag wieder ihre Arbeit aufnehmen.

Dies erklärten Gbagbo und Regierungschef Charles Konan Banny am Mittwochabend nach Gesprächen mit dem nigerianischen Staatschef Olusegun Obasanjo. Gleichzeitig kündigten sie an, sich für eine baldige politische Lösung der gegenwärtigen Krise einzusetzen.

Seit Tagen randalieren Anhänger des Präsidenten gegen die UNO- Friedenmission in dem westafrikanischen Staat. Sie protestieren gegen die Weigerung einer internationalen Arbeitsgruppe, der neben der UNO mehrere afrikanische und Industrieländer angehören, das Mandat der von Gbagbo dominierter Nationalversammlung zu verlängern.

Gbagbos Partei Ivorische Volksfront forderte daraufhin den Abzug der ausländischen Soldaten, die sie als «Besatzungs-, Ausbeutungs- und Unterwerfungstruppen» bezeichnete.

Am Mittwoch wurden bei Zusammenstössen zwischen UNO- Blauhelmsoldaten und Gbagbos Anhängern in der Stadt Guiglo im Westen des Landes vier Einheimische getötet. Später versuchten erneut tausende seiner Anhänger, den UNO-Sitz in der Wirtschaftsmetropole Abidjan zu stürmen.

Die ehemalige französische Kolonie ist seit einem Putsch gegen Gbagbo im September 2002 in den von der Regierung gehaltenen Süden und den von den Rebellen kontrollierten Norden geteilt. 4000 französische Militärangehörige und 7000 UNO-Soldaten bewachen eine Pufferzone, um eine Neuauflage des Konflikts zu verhindern.

Mit den Unruhen befasst sich derzeit auch der UNO-Sicherheitsrat in New York. Nach Angaben der amtierenden tansanischen Ratspräsidentschaft könnte der Rat noch am Donnerstag die Unruhen in einer Erklärung scharf verurteilen und möglicherweise auch Sanktionen gegen die Verantwortlichen verfügen. (sda)

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