Holocaust-Gedenktag: Präsident der Jungen SVP provozierte mit Mail
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Holocaust-GedenktagPräsident der Jungen SVP provozierte mit Mail

Statt die Jungen mit Schuldeinredungs-Programmen zu vergraulen, solle man sie die Vorteile der Schweiz lehren. Dies forderte Anian Liebrand in einem Mail zum Holocaust-Gedenktag.

von
kko
Der Jung-SVPler Anian Liebrand posiert im Juni 2011 mit Schweizer Fahne an einer bewilligten Protestveranstaltung der Juso gegen die Bilderberg-Konferenz in St. Moritz.

Der Jung-SVPler Anian Liebrand posiert im Juni 2011 mit Schweizer Fahne an einer bewilligten Protestveranstaltung der Juso gegen die Bilderberg-Konferenz in St. Moritz.

Schon so mancher Politiker und Künstler stolperte mit rassistischen Äusserungen ins Fettnäpfchen, einige kostete dies gar die Karriere.

Zu diesen Personen gesellt sich nun auch der 24-jährige Anian Liebrand. Der neue Präsident der Jungen SVP Schweiz verschickte zum Holocaust-Gedenktag 2009 folgendes E-Mail: «Neues aus den Umerziehungsstuben. Statt der jungen Generation ständig ihre Vaterlandsverbundenheit mit Schuldeinredungs-Programmen auszutreiben, gilt es, im Geschichtsunterricht endlich einmal die einzigartigen Vorteile der Schweiz zu lehren.»

Diese Stellungnahme schickte Liebrand, damals Vizepräsident der Jungen SVP Luzern, an vier Kollegen, von wo aus sie weiterverbreitet wurde und auch öffentlich Beachtung fand, berichten heute der «Tages-Anzeiger» und der «Bund». Die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) habe das Mail schliesslich in ihrer Chronologie rassistischer Vorfälle aufgelistet.

Wegen anderen provokativen Äusserungen hatte Liebrand bereits einmal eine Klage des Vereins Second@sPlus wegen Rassendiskriminierung am Hals.

Auf Anfrage der Zeitungen erklärt Liebrand, er habe sich nicht gegen den Holocaust-Gedenktag ausgesprochen, sondern kritisiert, dass im Schulunterricht der Widerstandswille der Schweiz im Zweiten Weltkrieg zu wenig gewürdigt werde. Zum Inhalt stehe er nach wie vor, würde ein solches Schreiben aber eher nicht mehr zum Holocaust-Gedenktag verschicken.

Fettnäpfchen bis Karriere-Killer

Jüngst machten die Künstler Massimo Rocchi und David Klein mit rassistischen Äusserungen auf Facebook Schlagzeilen.

Auch das Schweizer Fernsehen wurde wegen eines Sketchs über die amerikanische Talkmasterin Oprah Winfrey harsch kritisiert. Und in den USA entschuldigte sich eine TV-Moderatorin Anfang Januar bei der Familie von Mitt Romney für Witze über deren schwarzen Adoptivenkel.

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