Aktualisiert 10.02.2004 10:15

Präsident des Zürcher Obergerichts tritt vorzeitig zurück

Interne Meinungsverschiedenheiten hatten den Präsidenten des Zürcher Obergerichts, Remo Bornatico (SP), zu einem vorzeitigen Rücktritt bewogen.

«Es gab Meinungsverschiedenheiten, die mich zu diesem Schritt bewogen haben», bestätigte Bornatico am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur sda einen Bericht des «Tages-Anzeigers». Anstatt bis im Sommer 2004 zu bleiben, habe er sein Amt als Präsident per Anfang Jahr zur Verfügung gestellt. Bornaticos Nachfolger ist Rainer Klopfer (SVP).

«Es ging um Führungsfragen», sagte Bornatico, der dem Gremium seit 1988 angehört. Das Fass zum Überlaufen brachte die Aus- und Weiterbildung, die Bornatico stark gefördert hatte. «Wir fanden uns inhaltlich nicht mehr.» Den Ausschlag für seinen Entscheid gab dann die Ablehnung eines für ihn wichtigen Projektes in der internen Verwaltungskommission.

Die Arbeit des Präsidenten bestehe zu 90 Prozent aus Management, Führung und Budgetarbeiten, da sei man auf interne Harmonie angewiesen, sagte Bornatico. «Für mich stimmte es einfach nicht mehr.» Der erste Obergerichtspräsident, der sein Amt vorzeitig abgibt, bleibt dem Gericht aber als Oberrichter erhalten.

Der Kantonsrat wählt die Oberrichter jeweils Mitte Jahr für eine vierjährige Amtsperiode. Letztmals war dies im Sommer 2000 der Fall. Als erster Vizepräsident des Präsidiums übernahm nun Anfang Januar Rainer Klopfer (SVP) turnusgemäss aber vorzeitg das Amt des Obergerichtspräsidenten.

(sda)

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