Zölibat durchbrochen: Präsident hat als Bischof Kind gezeugt
Aktualisiert

Zölibat durchbrochenPräsident hat als Bischof Kind gezeugt

Der paraguayische Präsident Fernando Lugo hat in seinem früheren Amt als römisch-katholischer Bischof mit seiner Geliebten einen Sohn gezeugt.

Der Sohn sei nun knapp zwei Jahre alt, erklärte Lugo am Montag vor Journalisten. Er habe eine Beziehung mit der Mutter des Kindes. Knapp eine Woche vorher hatte seine ehemalige Geliebte Viviano Carillo Vaterschaftsklage eingereicht. Die Beziehung mit der heute 26-Jährigen begann Medienberichten zufolge bereits als Carillo 16 Jahre alt war.

Der 57-jährige Lugo hat bereits 2004 seinen Rücktritt als Bischof der Provinz San Pedro erklärt. Im Dezember 2006 verzichtete er auf den Status als Bischof, um bei den Präsidentschaftswahlen anzutreten. Papst Benedikt XVI. entband ihn jedoch erst zum 31. Juli 2008 vom Gelübde des Zölibats. Das Kind wurde nach Angaben von Carillos Anwalt am 4. Mai 2007 geboren und nach Lugos Grossvater Guillermo Armindo benannt.

(dapd)

Zölibat

Der Zölibat bezeichnet das Eheverbot für Priester in der katholischen Kirche. Der Begriff leitet sich ab von dem lateinischen Wort «caelebs» (ledig). Auf dem Zweiten Laterankonzil von 1139 wurde der Zölibat als unverzichtbare Zugangsvoraussetzung für das Priesteramt verankert, schon im frühen Christentum bestand aber bereits das Gebot sexueller Enthaltsamkeit für Priester. In den christlich-orthodoxen Kirchen gilt das Eheverbot im allgemeinen nur für Bischöfe, die ohnehin meist den zölibatären Mönchorden entstammen.

(AP)

Deine Meinung