Abzug aus dem Irak: Präsident Obama ganz Patriot
Aktualisiert

Abzug aus dem IrakPräsident Obama ganz Patriot

US-Präsident Barack Obama hat aus dem Irak heimkehrende Soldaten gewürdigt. Er lobte die «aussergewöhnlichen Errungenschaften» der Vereinigten Staaten.

Barack Obama empfängt US-Soldaten zurück in der Heimat. Bis Ende Jahr will sich die US-Armee aus dem Irak zurückziehen.

Barack Obama empfängt US-Soldaten zurück in der Heimat. Bis Ende Jahr will sich die US-Armee aus dem Irak zurückziehen.

Mit einer bewegenden Rede hat US-Präsident Barack Obama am Mittwoch einen symbolischen Schlussstrich unter den Irakkrieg gezogen und den Truppen für ihren Einsatz gedankt. Zugleich gedachte er der mehr als 4400 US-Soldaten, die im Krieg ums Leben kamen.

«Willkommen zuhause», rief Obama der jubelnden Menge zu. Vor der Kulisse von Transportflugzeugen und wüstenfarbenen Armeefahrzeugen erinnerte der Präsident an das «Kämpfen und Sterben» und «Bluten und Aufbauen» der US-Soldaten, das schliesslich zu diesem «Moment des Erfolges» geführt habe.

«Keine finale Schlacht, sondern ein finaler Marsch»

Dank ihrer «Opfer» hätten die Iraker nun ihr eigenes Schicksal in der Hand. «Wir hinterlassen ein souveränes, stabiles und selbständiges Irak, mit einer vom Volk gewählten Regierung», sagte Obama, der mit seiner Frau Michelle nach Fort Bragg gekommen war. «Und wir beenden einen Krieg nicht mit einer finalen Schlacht, sondern mit einem finalen Marsch nach Hause.»

Nun sei es aber an der Zeit, dass sich das Land der Heimkehrer annehme, die ihr Leben im Irak riskiert hätten. Er spielte damit wahrscheinlich unter anderem auf die überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit unter Veteranen der Kriege im Irak und in Afghanistan an.

Krieg als Quelle von Kontroversen

Obamas Vorgänger George W. Bush hatte im Frühjahr 2003 gegen heftigen internationalen Widerstand den Einmarsch in den Irak befohlen und Machthaber Saddam Hussein gestürzt.

Rivalitäten zwischen den sunnitischen und schiitischen Bevölkerungsgruppen und ein Erstarken des Terrornetzwerks Al-Kaida beförderten eine Spirale der Gewalt, der Schätzungen zufolge mehr als hunderttausend irakische Zivilisten zum Opfer fielen.

Als Abgeordneter im Senat seines Bundesstaates Illinois hatte Obama den Einmarsch in den Irak einst als «dummen Krieg» bezeichnet und war 2008 mit dem Versprechen in den Präsidentschaftswahlkampf gezogen, den Militäreinsatz zu beenden. In seiner Rede erinnerte Obama nun daran, dass der Krieg «eine Quelle für grosse Kontroversen» in den USA gewesen sei.

170 000 US-Soldaten

Auf dem Höhepunkt des Einsatzes waren 2007 rund 170 000 US-Soldaten im Irak stationiert. Insgesamt waren nach Obamas Angaben mehr als 1,5 Millionen US-Soldaten im Irak. Etwa 4400 wurden getötet, mehr als 30 000 verletzt.

Im Oktober hatte Obama den Abzug so gut wie aller Truppen bis Jahresende angekündigt. Der Termin steht offiziell bereits seit 2008 fest, im Sommer 2010 hatten die letzten US-Kampftruppen den Irak verlassen. Beide Regierungen führten aber Verhandlungen über den Verbleib tausender US-Soldaten zur Ausbildung einheimischer Sicherheitskräfte. Die Gespräche scheiterten, weil Bagdad den US-Militärs keinen Schutz vor Strafverfolgung gewähren wollte.

Der Irak hat in den vergangenen Jahren eigene Armee- und Polizeikräfte mit einer Stärke von mehr als 900 000 Mann aufgebaut, die künftig die Stabilität garantieren sollen. (sda)

Deine Meinung