Aktualisiert 23.09.2011 15:23

Nach vier MonatenPräsident Saleh kehrt in den Jemen zurück

Im Juni flüchtete er nach einer Verletzung bei einem Angriff. Nun ist der jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh zurück in der Hauptstadt. Die verfeindeten Gruppen ruft er zu einem Waffenstillstand auf.

Völlig unerwartet ist der jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh am Freitag nach mehr als dreimonatiger medizinischer Behandlung im Ausland in seine Heimat zurückgekehrt. Das Staatsfernsehen berichtete, Saleh gehe es gut. Aufnahmen von seiner Rückkehr wurden nicht gezeigt. Aus seinem Büro verlautete, er sei am Morgen an Bord eines Privatflugzeugs in der Hauptstadt Sanaa gelandet. Nach einem Anschlag auf sein Leben war Saleh Anfang Juni verletzt in das Nachbarland Saudi-Arabien gereist, um sich dort medizinisch behandeln zu lassen.

Unmittelbar nach seiner Rückkehr forderte Saleh einen Waffenstillstand zwischen den verfeindeten Gruppen des Landes. Der einzige Weg aus der Krise seien Verhandlungen, hiess es in der Stellungnahme aus Salehs Büro. Die Erklärung deutete daraufhin, dass Saleh weiterhin nicht die Absicht hat zurückzutreten. «Seine Rückkehr bedeutet weitere Spaltung, weitere Eskalation und Konfrontationen», sagte Abdel Hadi al Asisi, ein Führer der Protestbewegung.

Salehs Rückkehr kam für Beobachter überraschend. Allgemein war erwartet worden, dass er in Saudi-Arabien bleibt. Ausserdem wurde vermutet, dass Washington und Riad Saleh dazu drängten, weiter in Saudi-Arabien zu bleiben.

Proteste seit Februar

Seit Februar kommt es im Jemen regelmässig zu heftigen Protesten gegen das Regime des seit mehr als 30 Jahren regierenden Machthabers. In mehreren Fällen nahmen weit über hunderttausend Anhänger der Opposition an den Protesten teil. Bei Zusammenstössen zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften kamen allein in der vergangenen Woche insgesamt etwa Hundert Menschen ums Leben. Einen Rücktritt hat Saleh wiederholt abgelehnt.

Auch in der Nacht zum Freitag und noch nach der Aufforderung zur Waffenruhe kam es in Sanaa zu Zusammenstössen. Granaten schlugen auf einem Platz in der Innenstadt ein, auf dem seit Monaten Regierungsgegner campieren. Ein Mensch wurde getötet, wie aus Krankenhauskreisen verlautete. Am Donnerstag kamen 15 Menschen bei verschiedenen Zusammenstössen zwischen Anhängern und bewaffneten Gegnern Salehs ums Leben. Am Freitag strömten jeweils tausende Anhänger und Gegner des Präsidenten zu getrennten Kundgebungen auf die Strassen Sanaas. (sda/dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.