Calmy-Rey in Kolumbien: Präsident Uribe dankt Schweiz für Vermittlung
Aktualisiert

Calmy-Rey in KolumbienPräsident Uribe dankt Schweiz für Vermittlung

Wie schon der kolumbianische Aussenminister hat auch Präsident Alvaro Uribe der Schweiz für ihre Vermittlung im Friedensprozess gedankt. Kolumbien will künftig auf externe Friedens-Vermittler verzichten.

Bundesrätin Micheline Calmy-Rey hatte den kolumbianischen Präsidenten Uribe in Bogotá getroffen. Das Treffen sowie das Gespräch mit Vizepräsident Francisco Santos hätten denselben roten Faden gehabt, wie zuvor jenes mit Aussenminister Jaime Bermúdez, sagte Calmy-Rey am Abend.

Kolumbien will den Friedensprozess in Zukunft ohne externe Vermittlung führen. Die Schweiz habe die kolumbianische Regierung aufgefordert, die Türen für Verhandlungen mit der FARC offen zu lassen, sagte Calmy-Rey. Gleichzeitig verlange die Schweiz von der linksgerichteten Guerillaorganisation, dass sie alle Geiseln freilässt.

Regelmässige Zusammenarbeit

In einer gemeinsamen Erklärung hatten die beiden Aussenminister betont, die Schweiz und Kolumbien wollten in Zukunft stärker zusammenarbeiten und regelmässige Konsultationen führen.

Neben dem fertig ausgehandelten Freihandelsvertrag mit der EFTA und den bereits unterzeichneten Doppelbesteuerungs- und Investitionsschutzabkommen sollen demnächst eine Reihe weiterer Projekte abgeschlossen werden. Auf der Agenda stehen unter anderem die verstärkte Kooperation im Strafrecht und in Migrationsfragen.

Treffen mit Bermúdez

Zuvor traf Calmy-Rey den kolumbianischen Aussenminister Jaime Bermúdez. An einer gemeinsamen Medienkonferenz in Bogotá dankte der kolumbianische Aussenminister Jaime Bermúdez der Schweiz zum wiederholten Mal für ihre guten Dienste. «Dieser Dank kommt von Herzen und ist ehrlich gemeint», sagte Bermúdez. Kolumbien anerkenne die positiven Effekte der humanitären und friedensfördernden Programme der Schweiz.

Ebenfalls zur Sprache kam bei dem Treffen der Missbrauch des IKRK-Emblems durch die kolumbianische Armee. Sie habe ihre grosse Sorge über den Vorfall ausgedrückt, der dem Image des IKRK schaden und ein Präzedenzfall werden könne, sagte Calmy-Rey.

Verletzung des Völkerrechts

Die Verwendung des IKRK-Symbols für die Befreiung Ingrid Betancourts habe eine klare Verletzung des humanitären Völkerrechts dargestellt. Die Schweiz anerkenne aber, dass sich Kolumbien entschuldigt und die Verantwortung übernommen habe.

Kolumbien teile die Meinung, dass die missbräuchliche Verwendung des Emblems inakzeptabel sei, sagte Bermúdez. Der Vorfall werde gemeinsam mit dem IKRK, dem Militär und dem Verteidigungsministerium aufgearbeitet.

Das Gespräch habe in einem äusserst freundschaftlichen Rahmen stattgefunden, sagte ein Mitglied der Schweizer Delegation. Dies zeige, wie gut die Beziehungen zwischen der Schweiz und Kolumbien seien, und wie wichtig die Vermittlungsarbeit der Schweiz für die Stärkung der bilateralen Beziehungen gewesen sei.

(sda)

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