Luzern: Präsident will die Hells Angels Zürich stärken
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LuzernPräsident will die Hells Angels Zürich stärken

Von der Schweizergarde zum Präsidenten der Hells Angels Zürich: Der Luzerner Hemi will den umstrittenen Motorradclub wieder auf Touren bringen.

von
Daniela Gigor

Der gebürtige Luzerner ­Hemi arbeitet als selbstständiger Kaufmann in Luzern und steht dem gefürchteten Motorradclub Hells Angels Zürich seit November 2008 als Präsident vor. Er hat kein leichtes Erbe angetreten: «Seit fünf Jahren ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen die Hells Angels wegen organisierten Verbrechens», sagt Hemi. Eine Anklage ist nicht in Sicht. «Diese Ermittlungen sind niemals gerechtfertigt», so Hemi weiter. Weil die Hells Angels die Freiheit über alles lieben würden, seien sie dem Staat einfach ein Dorn im Auge. Hemis Ziele als Präsident: «Ich will, dass die Anklage fallengelassen wird. Zudem möchte ich den Club wieder stärken und weiter ausbauen.»

Von 1991 bis 1993 diente Hemi als Schweizergardist dem Papst im Vatikan. Beworben habe er sich, weil er das Abenteuer gesucht habe. «In meiner Familie hat keiner daran geglaubt, dass ich mit meinen langen Haaren in die Garde aufgenommen werde.» Besonders beeindruckt habe ihn das Tagesprogramm von Papst Johannes Paul II – dieser habe jeweils um 5.30 Uhr seine erste Messe gelesen und erst ­gegen Mitternacht die Lichter gelöscht. «Ich frage mich noch heute, ob ich das auch nur für eine Woche durchgehalten hätte», so der Rocker.

Berüchtigter Motorradclub

Der Hells Angels Motorcycle Club wurde 1948 in Kalifor­nien gegründet. Im Laufe der 60er-Jahre dehnte er sich über die USA auf andere Länder aus. 1969 gerieten die Hells Angels in die Schlagzeilen, als sie bei einem Konzert der Rolling Stones in Kalifornien als Ordnungskräfte fungierten– am Gig starben vier Menschen. 1970 gründete «Tino» Schippert die Hells Angels MC Zurich. Damit gelten diese als ältester Hells-Char­ter des europäischen Festlands.

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