Paraguay: Präsident will seinen Onkel ausschaffen lassen

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ParaguayPräsident will seinen Onkel ausschaffen lassen

Der neue Präsident von Paraguay, Horacio Cartes, ist erst ein paar Tage im Amt. Jetzt soll sein Onkel, der wegen Drogenschmuggels angeklagt ist, des Landes verwiesen werden.

von
jbu
Cartes will, dass die Behörden «unerbittlich sind».

Cartes will, dass die Behörden «unerbittlich sind».

Der neue paraguayische Präsident Horacio Cartes hat die Rauschgiftfahndung angewiesen, seinen unter Drogenschmuggelverdacht stehenden Onkel wie jeden anderen Verdächtigen zu behandeln. Familienbande würden keinen seiner Verwandten vor Strafverfolgung schützen, sagte der Leiter der Rauschgiftfahndung, Luis Rojas, am Sonntag über die Anordnung des Präsidenten.

Cartes' Onkel Juan Viveros Cartes ist am 29. Juli in Uruguay wegen Verletzung des Luftraums verhaftet worden. Die Behörden des Landes werfen ihm vor, mit einem Kleinflugzeug geheime Landemöglichkeiten für Drogenschmuggler ausgekundschaftet zu haben. Die Behörden Paraguays wollen seine Auslieferung wegen Rauschgifthandels erreichen. «Für den Präsidenten gibt es in dieser Angelegenheit keine Verwandtschaft», sagte Rojas. «Er will, dass wir unerbittlich sind.»

Cartes wurde am Donnerstag als Präsident vereidigt. Der Multimillionär ist selbst mit Vorwürfen konfrontiert worden, sein Reichtum stamme aus Drogenhandel. Cartes hat das vehement zurückgewiesen, offizielle Beschuldigungen wurden nie gegen ihn erhoben. (jbu/sda)

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