Aktualisiert 14.06.2004 16:07

Präsidentenmörder beteuert Unschuld

Im Prozess um die Ermordung des serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic hat der mutmassliche Drahtzieher der Tat am Montag seine Unschuld beteuert.

Er habe nichts mit dem Attentat auf Djindjic zu tun, erklärte Milorad Lukovic vor seinen drei Richtern in Belgrad. Die Anklage gegen ihn sei politisch motiviert. Djindjic war am 12. März 2003 von einem Heckenschützen getötet worden.

Lukovic wird vorgeworfen, die Tat geplant und vorbereit zu haben. Er stellte sich im Mai nach 14 Monaten auf der Flucht. Unter dem früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic war Lukovic Chef einer berüchtigten Sondereinheit der Polizei, die während der Balkankriege in Kroatien, Bosnien und im Kosovo im Einsatz war. Gemeinsam mit ihm sind zwölf weitere Verdächtige angeklagt, in die Ermordung Djindjics verwickelt zu sein. In der Anklageschrift hiess es, die Gruppe habe mit der Tat Verbündete Milosevics wieder an die Macht bringen wollen.

Der Radiosender B-92 berichtete, Lukovic habe vor Gericht Vertraute Djindjics mit dem Drogenhandel in Verbindung gebracht. Lukovic habe ausgesagt, 2001 von Regierungsmitgliedern mehrere hundert Kilogramm Rauschgift erhalten zu haben, das er in Westeuropa für einen Anteil am Gewinn verkaufen sollte. Lukovic werden Verbindungen zu kriminellen Banden und Drogenhändlern auf dem gesamten Balkan nachgesagt. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.