27.06.2020 12:14

Alfa Romeo Alfasud Giardinetta

Praktischer Kombi mit sportlichen Genen

Als der Alfa Romeo Alfasud auf den Markt kam, wurde ihm eine grosse Zukunft prophezeit. Doch das Auto hatte einen Makel: Es fehlt die grosse Heckklappe. Diese kam 1975 in Form der Variante «Giardinetta», einem veritablen Sport-Kombi.

von
Bruno von Rotz
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Von vorne ist die Giardinetta von der normalen Alfasud-Limousine fast nicht zu unterscheiden.

Von vorne ist die Giardinetta von der normalen Alfasud-Limousine fast nicht zu unterscheiden.

Daniel Reinhard / www.zwischengas.com
Grosse Heckkappe, die Scharniere sind gut sichtbar am Dach.

Grosse Heckkappe, die Scharniere sind gut sichtbar am Dach.

Daniel Reinhard / www.zwischengas.com
160 km/h Spitze waren möglich, auch schwer beladen!

160 km/h Spitze waren möglich, auch schwer beladen!

Daniel Reinhard / www.zwischengas.com

Darum gehts

  • Der Alfasud sollte dazu dienen, Alfa Romeo im Markt der kompakten Personenwagen zu etablieren.
  • Vier Jahre später war er auch in der Variante «Giardinetta» erhältlich. So hiess die dreitürige Kombiversion des Alfasud.
  • Heute gibt es nur noch weniger gut erhaltene Exemplare der luxuriöseren Version.
  • Wer einen sucht, braucht Geduld und einen guten Riecher.

Die meisten Leute haben noch nie einen Alfa Romeo Alfasud Giardinetta mit eigenen Augen in freier Wildbahn gesehen. Dies lässt sich auch erklären, denn es wurden nur wenige Exemplare gebaut. Alfa Romeo war nämlich damals fast ein wenig der Zeit voraus.

Die Neukonstruktion mit dem Bruch aller Traditionen

Ein Alfa Romeo hatte Anfang der 1970er-Jahre üblicherweise vier Zylinder in Reihe längs im Bug eingebaut, ausnahmsweise durften es auch acht Zylinder in V-Form sein. Und natürlich drehten die angetriebenen Räder hinten. Ein Boxermotor und Frontantrieb, das überliess man Citroën oder Lancia. Doch 1971 änderte sich all dies, denn dann kam der Alfasud auf den Markt.

Dr. Rudolf Hruska hiess der Konstrukteur und er erhielt alle Freiheiten, um Alfa Romeo im Markt der kompakten Personenwagen zu etablieren. Nicht einmal auf bestehende Produktionsanlagen musste er Rücksicht nehmen. Das Werk für den Alfasud entstand komplett neu in in Pomigliano d’Arco bei Neapel, im Süden von Italien.

Hruska entwarf eine Schrägheck-Limousine mit weit vorne eingebautem und kurz bauendem Boxermotor, der dank zwei obenliegenden Nockenwellen auch sportlichen Ansprüchen genügte. Komplettiert mit einer grossen Passagierzelle, Knautschzonen und einem aufwändigen Fahrwerk samt vier Scheibenbremsen fehlte es dem von Giugiaro hübsch eingekleideten Alfasud eigentlich an nichts. Oder fast an nichts, denn auf eine praktische grosse Heckklappe wurde verzichtet, das rund 400 Liter grosse Gepäckabteil musste durch eine kleine Klappe befüllt werden, die hinteren Sitzlehnen waren fest montiert.

Alfa Romeos erster Kombi

Im Frühling 1975 kündigte Alfa Romeo die «Giardinetta» an, die dreitürige Kombiversion des Alfasud. Und natürlich gab es nun eine grosse Türe am jetzt steilen Heck des minimal länger gewordenen Wagens. Und auch die Hintersitze liessen sich nun (Lehne und Sitze einzeln) umklappen. 1300 Liter Gepäck durften es beim Kombi sein, wenn nur zwei Personen im Alfasud auf die Reise gingen, bei voller Besetzung standen immer noch 600 Liter zur Verfügung, wenn bis zur Dachkante geladen wurde.

«Elegant, leistungsstark und sehr geräumig; ein neuer Alfa Romeo, geschaffen für die Familie, für den Beruf und zum Vergnügen des sportlichen Fahrers», so dichtete die Marketing-Abteilung von Alfa Romeo im deutschsprachigen Verkaufsprospekt.

Allerdings kostete der Kombi z. B. in der Schweiz stattliche 13’490 Franken und damit 500 Franken mehr als die viertürige Limousine. Ein Kombi von Ford (Escort oder Taunus) kostete auch nicht viel mehr, einen Fiat 131 Kombi gabs fast zum gleichen Preis. Ein Verkaufsknüller war die Giardinetta nicht. 1980 war schon wieder Schluss.

Ein Überlebender

Nur wenige Alfasud Giardinetta dürften überlebt haben, einige Hundert vielleicht. Sie litten genauso wie die anderen Varianten zumindest anfänglich unter wechselhafter Bauqualität und fehlender Rostvorsorge. Zudem wurden Kombis schon damals nie geschont, umso früher zeigten sie auch Verschleisserscheinungen. Wer sich also heute auf die Suche nach einem gut erhaltenen Exemplar macht, braucht Geduld und den richtigen Riecher.

Der glückliche Schweizer Besitzer zu seinem Auto: «Der Alfasud lässt sich wie ein modernes Auto lenken und fahren, die fünf Gänge sind herrlich, die Leistung reicht aus, um flott voranzukommen; auch weite Strecken sind kein Problem und Platz hat man immer genug.»

Weitere Informationen, viele Bilder und den Verkaufsprospekt von damals gibt es auf www.zwischengas.com.

Zwischengas.com ist die umfangreichste Online-Plattform zu den Themen Oldtimer, Youngtimer und historischem Rennsport und wird von Enthusiasten mit Benzin im Blut täglich mit neuen Artikeln, Bildern und historischen Dokumenten ergänzt.

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25 Kommentare
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C A P H E N I A

28.06.2020, 22:48

...und wir fahren ALLE sauber!! Die Zukunft heisst: CAPHENIA ! Einfach mal danach googeln, ihr werdet staunen. Wir könnten schon lange sauber autofahren wenn die Politik mitmachen würde, aber wie immer geht es auch hier wieder um sehr viel Geld im mehrstelligen Milliardenbereich, und die Umwelt hat wieder mal das Nachsehn. E-Autos sind keine Lösung, ein Tesla z.B. fährt mit 700kg! hochgiftigen Batterien herum die nur paar Jahre halten, das auswechseln dieser kostet ein Vermögen, und die Umwelt...? Ist das jetzt die saubere Zukunft??

Hallo Batteriefetischisten,

28.06.2020, 22:46

ihr seid aber auch Pechvögel, heieiei. Täubelen nützt jetzt nichts, es zeigt nur den Frust über die Aktuelle Situation: 97% der Autos fahren mit Verbrennermotor, nur 3% sind E-Autos, kann jeder nachlesen: Google-Neuzulassungen Strassenverkehrsamt. Geht runter in den Keller und heult euch aus!!

Verbrenner wieder hoch im Kurs

28.06.2020, 22:44

Das war ja schon lange klar dass die E-Mobilität NIEMALS Zukunft haben wird, kaum einer will unhandlichen, überteuerten Elektroschrott und immer die Angst im Nacken dass die Batterie schon wieder leer ist !