Aktualisiert 23.02.2020 22:22

National LeaguePraplans Bauch bringt dem SCB die Hoffnung zurück

Eishockey spielt sich zwischen den Ohren ab. Das beste Beispiel dazu ist aktuell der SC Bern.

von
Marcel Allemann
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Berns Calle Andersson (links unten) schiesst den Puck an Vincent Praplans Bauch. Von dort springt er zum 2:2 gegen die Rapperswil-Jona Lakers ins Tor.

Berns Calle Andersson (links unten) schiesst den Puck an Vincent Praplans Bauch. Von dort springt er zum 2:2 gegen die Rapperswil-Jona Lakers ins Tor.

Keystone/AP/Peter Klaunzer
Der kuriose Treffer ist die Wende in der Partie. Bern gewinnt am Schluss 5:2.

Der kuriose Treffer ist die Wende in der Partie. Bern gewinnt am Schluss 5:2.

FreshFocus/Claudio de Capitani
Bern's player Jeremi Gerber, celebrate 0-1 gool , during the preliminary round game of National League A (NLA) Swiss Championship 2019/20 between HC Lugano and SC Bern at the ice stadium Corner Arena in Lugano, Switzerland, Saturday,  February 22, 2020. (KEYSTONE/Ti-Press/Pablo Gianinazzi)

Bern's player Jeremi Gerber, celebrate 0-1 gool , during the preliminary round game of National League A (NLA) Swiss Championship 2019/20 between HC Lugano and SC Bern at the ice stadium Corner Arena in Lugano, Switzerland, Saturday, February 22, 2020. (KEYSTONE/Ti-Press/Pablo Gianinazzi)

kein Anbieter/Pablo Gianinazzi

Freitagabend, PostFinance-Arena in Bern. Der SCB liegt aufgrund einer desolaten Leistung zu Beginn des Schlussdrittels gegen den Tabellenletzten Rappi mit 1:2 zurück. Der wohl entscheidende K.o.-Schlag für den Meister im Strichkampf steht unmittelbar bevor. Das zeigt sich auch im Powerplay in der 43. Minute. Da stehen sich zwei Berner vor dem Tor doch tatsächlich gegenseitig im Weg. Bezeichnend für ein verzweifeltes Team, das unter Druck steht. Und dem das Selbstvertrauen abhanden gekommen ist. Sekunden später schiesst Calle Andersson einfach mal in Richtung Tor. Er trifft dabei den Bauch von Vincent Praplan und von dort aus fliegt der Puck zum 2:2 ins Tor.

Es ist die Szene, die dem Strichkampf einen kompletten Richtungswechsel gibt. Alles schien gegen den SCB zu laufen und dann meint es das Schicksal mit diesem Glückstor plötzlich doch noch gut mit ihm. Der Glaube ist zurück und die SCB-Spieler treten fortan wie verwandelt auf. Sie lassen Rappi keine Chance mehr und gewinnen noch mit 5:2.

Sie steigen am Tag darauf in den Bus, fahren nach Lugano und zerlegen die Tessiner. 3:0 stehts in diesem Strich-Direktduell nach 7 Minuten, am Ende ist es ein 6:0-Kantersieg. Der SCB befindet damit vor der letzten Woche der Qualifikation wieder über dem Strich und hat die Vorteile im brisanten Kampf um einen Playoff-Platz auf seine Seite gebracht. In Extremis. Wegen Praplans Bauch. Und weil sich Eishockey ein Kopfsache ist. «Wir wussten, dass wir sechs Punkte brauchen. Die haben wir geholt und jetzt geht es am Dienstag in Davos weiter», erklärte Captain Simon Moser. Einen Spieler, der nun sinnbildlich seinen Bauch hinhält, braucht nun der HC Lugano.

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