Pratteln: Weniger Entlassungen bei Chemiefirma Rohner
Aktualisiert

Pratteln: Weniger Entlassungen bei Chemiefirma Rohner

Die Chemiefirma Rohner in Pratteln behält nach einer Reorganisation mehr Stellen als angekündigt: Sie kann 170 statt 140 Personen weiter beschäftigen.

Zudem werden die Löhne generell um 1 Prozent plus individuell um 1,5 Prozent erhöht. Die deutsche Beteiligungsfirma Arques hatte die vor Jahresfrist von der Schliessung bedrohte Auftragschemiefirma Rohner anfang März von Dynamit Nobel übernommen. Mitte März kündigte Arques an, mit 140 Mitarbeitenden den Betrieb in Pratteln weiterzuführen und 60 zu entlassen. Firma und Gewerkschaften hatten sich auf einen Sozialplan geeinigt.

Ziel der Redimensionierung war, die Wettbewerbsfähigkeit wieder herzustellen und in «absehbarer Zeit die Gewinnschwelle» wieder zu erreichen. Per Ende Jahr würden die «organisatorischen und personellen Restrukturierungsmassnahmen» plangemäss abgeschlossen, teilten die Firma und die Gewerkschaft Unia am Dienstag mit.

Dank guter Auftragslage seien knapp 170 Stellen gesichert. Fast alle im Zuge des Massenentlassungsverfahrens Gekündigten hätten einen neuen Job gefunden oder gar nicht erst gehen müssen. Rohner habe auch keine Kunden verloren, hiess es weiter.

Nach intern geführten Lohnverhandlungen werden ferner die Löhne «für das ausserordentliche Engagement» 2006 um ein zusätzliches Prozent erhöht. Für individuelle und leistungsabhängige Anpassungen werden 1,5 Prozent mehr bereit gestellt. Unia und die internen Personalvertretungen werteten dies als Erfolg.

Die Chemiefirma leidet unter dem branchenweiten Konkurrenzdruck und der verstärkten Abwanderung der Spezialchemie in asiatische Länder. Rohner erlitt während Jahren Verluste. Arques mit Sitz im bayerischen Starnberg will vor allem die Sparten Pharmawirkstoffe (Life Science) und Feinchemie ausbauen.

(sda)

Deine Meinung