Umwelt: Preis für Magadino-Naturschutzgebiet
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UmweltPreis für Magadino-Naturschutzgebiet

Der Gewässerpreis 2011 geht an die Stiftung «Bolle di Magadino» und den Kanton Tessin. Ausgezeichnet wurde die Renaturierung der Ticino-Mündung.

Vorbildlich renaturiert: Naturschutzgebiet «Bolle di Magadino».

Vorbildlich renaturiert: Naturschutzgebiet «Bolle di Magadino».

Mit der Auszeichnung würdigten die Trägerverbände des Gewässeropreises die mustergültige Aufwertung eines national bedeutsamen Feuchtgebiets.

Der Kanton Tessin soll durch den Preis ermutigt werden, mit seiner ganzheitlichen Gewässerpolitik fortzufahren, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung von Pro Natura, dem Schweizerischen Wasserwirtschaftsverband, dem Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute und dem Verein für Ingenieurbiologie.

Im Jahr 2010 renaturiert

Die renaturierte Ticino-Mündung ist im Jahr 2010 eingeweiht worden. Nach Ansicht der Trägerverbände komme dies einem Quantensprung im Tessiner Gewässer- und Naturschutz gleich. Die Flussmündung könne sich ab sofort wieder gemäss den Launen des Flusses entfalten.

Die «Bolle di Magadino» gelten als einer der bedeutendsten Rastplätze für Zugvögel auf der Nord-Süd-Achse. Bisher seien 171 Vogelarten auf der Durchreise in ihre Brut- und Wintergebiete festgestellt worden.

Kieswerk störte Biotop

Über ein halbes Jahrhundert lang jedoch litt das Biotop unter einem in der Mündung angesiedelten Kies- und Betonwerk. Nach jahrzehntelangen Protesten von Umweltgruppen ist das Werk 2006 geschlossen worden.

Die Flussmündung wurde im Anschluss renaturiert. Kiesinseln und Ruhewasserbereiche bieten seitdem in vielfältiger Weise neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen, heisst es in dem Communiqué.

Preis alle zwei Jahre

Der Gewässerpreis sei als Ansporn für weitere Massnahmen zu verstehen, sagte Laudator Florin Florineth von der Universität für Bodenkultur (Wien) gemäss Redetext. Handlungsbedarf sehe er beispielsweise bei den Mündungen von Maggia und Verzasca sowie dem Ticino-Verlauf in der Magadinoebene.

Der Gewässerpreis wird alle zwei Jahre verliehen. Er ging zuvor an den Kanton Genf, die Stadt Zürich, den Kanton Graubünden und die Gemeinde Samedan, die Kantone Basel Stadt und Baselland sowie an den Kanton Bern.

(sda)

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