Lohnrunde: Preis-Schock – diese Arbeitgeber wollen Teuerung ausgleichen

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LohnrundePreis-Schock – diese Arbeitgeber wollen Teuerung ausgleichen

Die Preisteuerung in der Schweiz nimmt immer mehr zu. Die grössten Schweizer Arbeitgeber haben das Problem erkannt und wollen es zum Bestandteil der nächsten Lohnrunde machen.

von
Fabian Pöschl
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Einkaufen in der Schweiz wird immer teurer, weil die Preise steigen.

Einkaufen in der Schweiz wird immer teurer, weil die Preise steigen.

20min/Simon Glauser
Deshalb bleibt immer weniger vom Geld übrig.

Deshalb bleibt immer weniger vom Geld übrig.

20min/Stevan Bukvic
Nun wollen Firmen wie Coop, …

Nun wollen Firmen wie Coop, …

20min Marco Zangger

Darum gehts

  • Die Preisteuerung steigt weiter.

  • Viele Firmen wollen bei der Lohnverhandlung die Inflation berücksichtigen.

  • Der SGB zeigt sich zufrieden, dass die Arbeitgeber das Problem anerkennen.

Die Preisteuerung lag schon im April bei 2,5 Prozent und dürfte laut Experten in nächster Zeit noch zunehmen. Das tägliche Leben in der Schweiz wird so immer teurer. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) fordert deshalb, dass die Arbeitgeber bei der nächsten Lohnrunde die Teuerung ausgleichen und eine Reallohnerhöhung geben.

Zwar haben sich die grössten Schweizer Arbeitgeber noch nicht auf eine bestimmte Lohnerhöhung festgelegt, wie eine Umfrage von 20 Minuten zeigt. Doch die Chancen stehen gut, dass es eine Anpassung mit Berücksichtigung der Teuerung gibt. 

Firmen wie Coop, die Credit Suisse, die Post, Glencore, Holcim, Novartis, McDonald’s oder der Versicherer Zurich wollen in den Lohnverhandlungen die Inflation und den Teuerungsausgleich zum Bestandteil der Lohndiskussion machen, wie sie auf Anfrage sagen. Die Inflation sei ein wichtiger Faktor, wenn es um Salärerhöhungen geht, sagt etwa ein Sprecher der Zurich-Versicherung.

Extreme Preisteuerung

Die Inflation, also die Preisteuerung, war in der Schweiz im April mit 2,5 Prozent auf einem so hohen Niveau wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Doch in anderen Ländern ist die Geldentwertung noch viel stärker. Die neuen Zahlen aus Deutschland für den Monat Mai zeigen eine Inflation von 7,9 Prozent, das ist noch höher als von Analysten erwartet. In den USA lag die Inflation im April sogar über acht Prozent.

Auch der Schweizerische Baumeisterverband nennt die Inflation neben der eigenen Arbeitsleistung und dem Produktivitätswachstum ein wichtiges Kriterium. In den meisten Branchen und Jahren seien die Effektivlöhne und Mindestlöhne stärker als die Inflation angehoben worden, sagt ein Sprecher.

Beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund kommt das gut an. «Für die Arbeitnehmenden ist es ein gutes Zeichen, dass die Arbeitgeber das Problem anerkennen», sagt ein Sprecher auf Anfrage. Allerdings sei wichtig, dass es nicht nur Lippenbekenntnisse bleiben.

Die Gewerkschaften würden die Arbeitgeber bei den anstehenden Lohnverhandlungen daran erinnern. «Jetzt muss es aufwärts gehen, sonst bleibt den Leuten immer weniger im Portemonnaie übrig», so der Sprecher.  

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