EU-Kommission: Preisobergrenze für SMS im Ausland
Aktualisiert

EU-KommissionPreisobergrenze für SMS im Ausland

Die EU-Kommission will das Versenden von SMS in den Ferien im Ausland verbilligen: Maximal 11 Cent (17,8 Rappen) plus Mehrwertsteuer (MwSt) soll eine SMS im EU-Ausland künftig kosten. Auch in der Schweiz dürften dann die Preise ins Rutschen kommen.

Bereits kommenden Sommer sollten die Konsumentinnen und Konsumenten in der Europäischen Union von den niedrigeren Tarifen profitieren, sagte EU-Telekomkommissarin Viviane Reding bei der Präsentation am Dienstag in Brüssel. Die EU-Staaten und das EU- Parlament müssen der Regelung noch zustimmen, die Telekombranche kritisierte die Vorgaben bereits.

«SMSlen oder surfen sollte im EU-Ausland für die Konsumenten nicht substanziell teurer sein als daheim», betonte Reding. Die derzeitigen so genannten Roaming-Tarife stünden in keinem Verhältnis zu den Kosten der Anbieter.

Auch Handy-Telefonate im EU-Ausland will die EU-Kommission bis 2012 weiter verbilligen. Laut dem Kommissionsvorschlag sollen Kunden zudem eine automatische Nachricht erhalten, in der sie über die Entgelte für das Datenroaming des Landes informiert werden, in dem sie sich befinden.

In der Schweiz derzeit doppelt so teuer

Die von der EU-Kommission vorgeschlagene Obergrenze für SMS entspricht, inklusive Mehrwertsteuer, umgerechnet 19 Rappen. Dies ist die Hälfte dessen, was Schweizer Anbieter derzeit für SMS aus einem EU-Land verrechnen.

Marktführerin Swisscom verlangt pro SMS 40 Rappen, Sunrise 50 Rappen (mit «Sunrise global», das 9 Franken pro Monat kostet, 40 Rappen), Orange 45 Rappen (mit «Travel Option», das 3 Franken pro Monat kostet, 35 Rappen).

Zwar wird die EU-Regelung nicht für die Schweiz gelten. Dennoch ist Marc Furrer, Präsident der Eidg. Kommunikationskommission (ComCom), «klar der Meinung, die Preise müssten runter», wie er auf Anfrage sagte. Gesetzliche Handhabe hat die ComCom aber nicht.

Anbieter gehen über die Bücher

Seitens der grossen Anbieter will man über die Bücher, wenn die neuen EU-Obergrenzen in Kraft sind, wie sie gegenüber der Nachrichtenagentur SDA erklärten. Details will niemand nennen. Doch die Preise «werden ins Rutschen kommen», sagte etwa Sunrise- Sprecherin Sevgi Gezici.

Die Telekomunternehmen müssen die Durchleitungsgebühr mit ihren internationalen Partnern aushandeln. Aus der Erfahrung der Roaming- Gebühren bei den Handygesprächen geht Orange-Sprecherin Therese Wenger nicht davon aus, dass ihr Unternehmen die gleichen Bedingungen wie diejenigen in den EU-Ländern erhält.

Auch ComCom-Präsident Furrer macht eine Analogie zu den Handy- Roamingregeln der EU, die seit Sommer 2007 in Kraft sind. Da habe sich gezeigt, dass die Swisscom als grosses Unternehmen besser verhandeln konnte und nun leicht unter den EU-Vorgaben liegt. Orange und Sunrise hingegen kamen laut Furrer nicht so weit.

SMS bekommen bleibt wohl gratis

Übrigens: Anders als in mehreren EU-Staaten berechnen die Schweizer Anbieter derzeit nichts, wenn man in den Ferien im EU- Ausland eine SMS erhält.

Dass sich dabei etwas ändern wird, wenn die Tarife im Zuge der EU neu gestaltet werden, ist nicht anzunehmen. «Dies erscheint aus Sicht der Kundenakzeptanz schwierig», sagte Swisscom-Sprecher Carsten Roetz.

(sda)

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