Preisstudie: Coop-Brot ist deutlich teurer geworden

Aktualisiert

Preisstudie: Coop-Brot ist deutlich teurer geworden

Neuer Zündstoff im Preisduell der Grossverteiler: Trotz gegenteiligem Versprechen soll Coop die Brotpreise 2003 massiv erhöht haben. Doch Coop dementiert: «Wir sind nicht teurer geworden.»

Laut einem vertraulichen Bericht des Marktforschungsinstituts IHA-GfK, der 20 Minuten vorliegt, hat Coop die Brotpreise im vergangenen Jahr um 5,3 Prozent erhöht. Die Migros lediglich um 1,5 Prozent. (Marktdurchschnitt: Plus 2,3%). Stark teurer geworden sind bei Coop etwa die Frischback-Brote – plus knusprige 6,9 Prozent.

Dies obwohl Coop jegliche Brot-Preiserhöhung explizit ausgeschlossen hatte. Noch im Februar 2003 versicherte der Grossverteiler: Man habe sich bewusst gegen teureres Brot entschieden. Coop-Kunden sollten durch die stark gestiegenen Mehlpreise keine Nachteile erleiden. «Trotz teurerer Rohstoffe bleiben unsere Brotpreise unverändert günstig», inserierte der Grossverteiler damals in der Presse. Und die Coop-Zeitung erklärte, wie das Kunststück funktioniert: «Der Verzicht auf einen Preisaufschlag ist möglich, weil wir klar effizienter arbeiten können als früher.» Deshalb: «Kostenersparnisse geben wir direkt an unsere Kunden weiter.»

Obwohl die Marktforscher zu einem anderen Schluss kommen, bleibt Coop bei seiner Aussage: «Wir sind nicht teurer geworden», sagt Mediensprecher Jörg Birnstiel. Die höheren Preise bei Frischback- und Formenbroten erklärt Birnstiel unter anderem mit einer geringeren Zahl von Aktionen im Jahr 2003. Zudem wünsche der Konsument immer häufiger teure Bio-Brote. Coop habe deshalb sein Sortiment an Bio-Broten aufgestockt.

Franco Tonozzi

Deine Meinung