Hilferuf: Prekäre Finanzlage bei GC – Huber schlägt Alarm
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HilferufPrekäre Finanzlage bei GC – Huber schlägt Alarm

Ohne Transfererlöse kann GC die Defizite nicht mehr lange decken. Noch optimistisch ist CEO und GC-Sportchef Manuel Huber für die Lizenz 2017/18.

von
E. Tedesco

Europa und Champions League, auch nur Basel Konkurrenz zu machen, sei nur Wunschdenken sagt CEO Manuel Huber. (Video: 20 Minuten)

Den sportlichen Fall hofft GC mit Munas Dabbur stoppen zu können. Die finanziell arg angespannte Situation bereitet Huber indes weiter Kopfschmerzen. Am Dienstag gibt der CEO und GC-Sportchef im Klublokal «Heugümper» am Paradeplatz überraschend Auskunft. Ihm gegenüber Journalisten, Fotografen und Kameras, die jede Regung und jedes Wort Hubers einfangen. Es werden deutliche Worte.

Die finanzielle Situation beim Rekordmeister hat sich weiter verschärft. «Seit die Owners nicht mehr jedes Jahr Geld einschiessen, wird es immer schwieriger, sich finanziell über Wasser zu halten», sagt Huber. Fünf Millionen Franken weniger jährlich seien es gegenüber vor drei Jahren. Huber weiter: «Die Situation ist prekär. Ohne Transfererlöse lässt sich das Defizit nicht mehr decken.» GC – und das ist keine Neuigkeit – braucht mittelfristig neue Investoren und Geld, die einen grossen Teil des Budgets abdecken können, ohne dass man die Transfererlöse dafür hernehmen muss, wie es die letzten 18 Monate der Fall war.

Transfererlöse auf Dauer kein Rezept

Deshalb war GC zuletzt gezwungen, Spieler wie zum Beispiel Munas Dabbur (zu Salzburg), Yoric Ravet (YB), Shani Tarashaj (Everton) und Moritz Bauer (Rubin Kasan) für gutes Geld zu verkaufen. Qualitativ ist die Mannschaft aber je länger, je ausgedünnter. «Das ist auf Dauer kein Rezept, aber solange keiner bereit ist, in GC zu finanzieren, ist es unmöglich, nachhaltig eine starke Mannschaft zu stellen», so Huber. «Es ist schlicht unmöglich ein Spitzenteam zu haben. Die Europa League und Champions League – ja allein schon daran zu denken, den FC Basel herauszufordern – ist Wunschdenken.»

So deutlich hat bisher noch keiner bei GC die Geldmisere angesprochen. Aber wie prekär ist die Situation wirklich? Huber sagt: «sehr prekär». Die Rechnung sei einfach: Keine Transfererlöse bedeuten, dass man das strukturelle Defizit nicht decken kann, und das wiederum bedeutet keine Lizenz. Der Blick auf die Kaderliste lässt wenig Hoffnung auf Besserung, denn es gibt aktuell kaum noch einen Spieler, mit dem GC einen hohen Transfererlös erzielen könnte.

Der Termin für die Einreichung der Lizenzunterlagen bei der Liga ist der 2. März. Den Bescheid der Lizenzkommission erhalten die Clubs dann am 1. Mai 2017. Für die Lizenz 2017/18 ist der CEO noch optimistisch. Huber: «Ich werde plus/minus das gleiche Budget wie im Vorjahr eingeben. Um Sparmassnahmen werden wir aber nicht herumkommen.»

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