Fokus auf Konsens: Premier-League-Spieler müssen in die Sex-Nachhilfe

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Fokus auf KonsensPremier-League-Spieler müssen in die Sex-Nachhilfe

Um die Profi-Fussballer auf korrektes Verhalten in sexuellen Beziehungen zu sensibilisieren, müssen Premier-League-Vereine Kurse organisieren. Damit reagiert der Verband auf die Häufung von Übergriffen in den vergangenen Jahren.

von
Dominik Mani
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Der englische Verband macht ab dieser Saison Kurse mit dem Thema «Sexuelle Beziehungen» für alle Spieler obligatorisch.

Der englische Verband macht ab dieser Saison Kurse mit dem Thema «Sexuelle Beziehungen» für alle Spieler obligatorisch.

AFP
Xhaka und Co. müssen wieder die Schulbank drücken.

Xhaka und Co. müssen wieder die Schulbank drücken.

AFP
Die englische Frauenrechtlerin Shaista Aziz fordert den Verband auf, Spieler mit Vergewaltigungsvorwürfen zu sperren.

Die englische Frauenrechtlerin Shaista Aziz fordert den Verband auf, Spieler mit Vergewaltigungsvorwürfen zu sperren.

imago images / Matrix

Darum gehts

  • Premier-League-Spieler müssen in Zukunft einen Kurs über sexuelle Beziehungen belegen.

  • Sie sollen dabei über korrektes Verhalten und gegenseitiges Einvernehmen informiert werden.

  • Weiter sollen sie über sexuelle Belästigung und Mobbing aufgeklärt werden.

Auf diese Saison hin hat der englische Fussballverband FA Kurse für alle Premier-League-Spieler obligatorisch gemacht. Inhalt der Lehrveranstaltungen sind sexuelle Belästigung, gegenseitiges Einvernehmen und Mobbing. Auslöser für diese Kurse sind die Vergewaltigungs- und Belästigungsvorwürfe gegen die Profis, die sich in der letzten Zeit gehäuft haben.

Neu sind die Kurse nicht, neu ist aber, dass sie obligatorisch sind für alle Spieler. Bisher waren Junioren der U-14 bis zur U-23 verpflichtet, solche Workshops zu besuchen. Vereine, die es verpassen solche Kurse bereit zu stellen, werden bestraft, wie die englische Zeitung The Telegraph berichtet. 

Für die unteren Ligen würden ähnliche Massnahmen geprüft werden, wurden bisher aber noch nicht umgesetzt. Die Kurse wurden auf die öffentliche Forderung von den aktivistischen Gruppierungen «End Violence for Women», «Three Hijabis» und «Level Up». Sie haben der Verbands- und Ligaleitung einen offenen Brief geschrieben und Massnahmen gefordert. Sie begrüssen die Entscheidungen der Liga.

Frauenrechtlerin hat noch mehr Forderungen

Shaista Aziz, Co-Direktorin von «Three Hijabis»: «Wir freuen uns, dass die Premier League den Aktionsplan angenommen hat, den wir in unserem offenen Brief an sie und die FA geschickt haben. Dies ist ein erster wichtiger und längst überfälliger Schritt in die richtige Richtung. Wir brauchen jedoch mehr Transparenz darüber, wie diese neuen Leitlinien umgesetzt werden.»

Aber mit den obligatorischen Kursen sei es nicht getan, sie fordern die FA auf, sich mit der Bekämpfung geschlechterspezifischer Gewalt zu befassen. «Es ist inkonsequent und unvorstellbar, dass im Jahr 2022 ein bekannter Fussballspieler dieser schweren Verbrechen beschuldigt wird und sein Arbeitgeber sagt: ,Es ist in Ordnung, er kann weiter zur Arbeit gehen’. Das ist ungeheuerlich», so die Frauenrechtlerin weiter.

Wirst du oder wird jemand, den du kennst, sexuell belästigt?

Hier findest du Hilfe:

Belästigt.ch, Onlineberatung bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz

Verzeichnis von Anlaufstellen

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

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