15.02.2018 14:47

Nach Sex-Skandal in AustralienPremier verbietet Ministern Affären im Büro

Sex zwischen Ministern und Mitarbeitern ist in Australien offiziell nicht mehr erlaubt. Auslöser dafür ist die Affäre zwischen dem Vize-Premier und dessen Ex-Beraterin.

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Affären am Arbeitsplatz sind Ministern und Mitarbeitern des australischen Parlaments neu verboten.(15. Februar 2018)

Affären am Arbeitsplatz sind Ministern und Mitarbeitern des australischen Parlaments neu verboten.(15. Februar 2018)

AP/rod Mcguirk
Das offizielle Sex-Verbot hat Premierminister Malcolm Turnbull angekündigt.

Das offizielle Sex-Verbot hat Premierminister Malcolm Turnbull angekündigt.

AP/rod Mcguirk
Dies als Konsequenz auf eine skandalträchtige Affäre zwischen Australiens Vize-Premierminister Barnaby Joyce und einer Mitarbeiterin. Diese ist nun schwanger von dem bereits vierfachen Familienvater.

Dies als Konsequenz auf eine skandalträchtige Affäre zwischen Australiens Vize-Premierminister Barnaby Joyce und einer Mitarbeiterin. Diese ist nun schwanger von dem bereits vierfachen Familienvater.

AP/rob Griffith

Eine skandalträchtige Affäre zwischen Australiens Vize-Premierminister Barnaby Joyce und einer Mitarbeiterin hat Konsequenzen: Die australische Regierung erliess am Donnerstag ein offizielles Verbot für Sex zwischen Ministern und ihren Untergebenen, wie Premierminister Malcolm Turnbull bei einer Pressekonferenz ankündigte.

Joyce hat eine Beziehung mit seiner früheren Medienberaterin Vikki Campion, wie vergangene Woche bekannt wurde. Die 33-Jährige ist nun schwanger. Turnbull sagte, Joyce habe seiner Frau und seinen vier Kindern «schrecklich wehgetan».

Er wolle «nicht moralisieren», fügte Turnbull hinzu. Aber mehr als früher wollten die Menschen im Jahr 2018 Politiker als Vorbilder sehen. Deshalb habe er den Verhaltenskodex der Regierung dahingehend geändert, «dass Minister, ganz gleich, ob sie verheiratet oder single sind, keine sexuelle Beziehung mit Mitarbeitern eingehen dürfen».

Öffentliche Entschuldigung bei Frau und Töchtern

Joyce hatte die Affäre eingeräumt, nachdem eine Zeitung ein Foto seiner schwangeren Geliebten abgedruckt hatte. Er entschuldigte sich öffentlich bei seiner Frau Natalie und den gemeinsamen Töchtern, bestritt aber, gegen Verhaltensregeln verstossen zu haben.

Die Beziehung des 50-jährigen Familienvaters hatte die Titelseiten der australischen Zeitungen dominiert. Auch das Parlament befasste sich mit dem möglichen regelwidrigen Verhalten des Ministers, Rücktrittsforderungen wurden laut. Turnbull hält bislang zu seinem Stellvertreter.

Joyce nimmt Auszeit

Angesichts des wachsenden Drucks will er aber offenbar verhindern, dass Joyce ihn während seiner Abwesenheit aufgrund einer USA-Reise kommende Woche im Amt vertritt. Am Donnerstag kündigte Turnbull im Parlament an, Joyce werde von Montag bis Sonntag kommender Woche eine Auszeit nehmen.

Joyce gehört der Nationalen Partei an, die mit der Liberalen Partei von Turnbull eine Koalition bildet. Der Premierminister könnte seinen Stellvertreter entlassen, aber das könnte zum Bruch der Regierung führen.

Zusätzlich zu der Liebesaffäre wird Joyce vorgeworfen, seiner Geliebten nach deren Weggang aus seinem Büro zwei Jobs verschafft zu haben, darunter einen bei einem anderen Minister. Ausserdem soll er nach der Trennung von seiner Frau kostenlos die Wohnung eines reichen Freundes zur Verfügung gestellt bekommen haben. (sda/afp)

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