Desinteresse: Premiere vor leeren Rängen
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DesinteressePremiere vor leeren Rängen

Bei der Heimpremiere des FC Vaduz in der Super League verirrten sich gerade mal 2035 Zuschauer ins Rheinpark-Stadion. Zu wenig für die Axpo Super League.

von
Patrick Toggweiler

Mit dem FC Aarau gastierte nicht der ausgesprochene Zuschauermagnet der Super League im Rheinpark-Stadion. Auch der Termin mitten unter der Woche war einem Massenandrang nicht gerade zuträglich. Trotzdem: Man darf bei einer Premiere eines Aufsteigers in der Super League mehr als 2035 Zuschauer erwarten.

Ein Vergleich der letzten Super-League-Premieren zeigt: Vaduz kriegt die Leute nicht ins Stadion. Mitaufsteiger Bellinzona konnte am Mittwoch gegen einen vergleichbar attraktiven Gegner (Xamax) 4565 Tickets verkaufen – mehr als doppelt so viele wie Vaduz. Das Team aus Neuenburg durfte seinerseits bei der Rückkehr ins Oberhaus im Jahre 2007 gegen Thun 5559 Interessierte empfangen. Auch 2005-Aufsteiger Yverdon vermeldete mit 5450 Drehkreuzdurchgängen eine deutlich höhere Zuschauerzahl.

Für die Super League bedeutet der Aufsteiger keine Ertragsfreuden. Die stetige Zunahme der Gesamt-Zuschauerzahlen der Liga in den letzten Jahren wird wohl unterbrochen: St. Gallen mobilisierte die Massen bedeutend einfacher, sogar Thun konnte mehr Zuschauer verbuchen.

Vaduz ist nicht Ambri

Bereits die Auswärts-Premiere in Luzern liess Böses erahnen: Knapp 100 Supporter des FC Vaduz verirrten sich auf die Allmend. Trotz Super League bleibt Fussball im Ländle Nebensache – das ist kein neues Phänomen. Im Fan-Forum des FC Vaduz wurde der dürftige Fanaufmarsch bereits zu Challenge-League-Zeiten diskutiert. Vor allem die Verankerung des Vereins in der Region wird bemängelt. Wer sich für Fussball interessiert, geht zum FC St. Gallen oder zur inländischen Konkurrenz mit der grösseren Anzahl Liechtensteiner in der Startelf. Aber auch die Vereinsspitze wird kritisiert. Sie sende keine sympathischen Signale und unternehme zu wenig für die Gemeinschaft.

Tatsächlich versetzt die Klubleitung im Alpenländle bei ihren Bemühungen um grössere Zuschauerzahlen keine Berge. Auf der Homepage des Super-League- Vereins gibt es zwar einen Fan-Bereich, dieser fällt aber äusserst knapp aus. Die Probe aufs Exempel liefert ein Klick auf den Link «Fanreisen & Fanbus». Es erscheint eine leere Seite mit einem Bild des vollen Rheinpark-Stadions. Schön wärs.

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