Theresa May: Premierministerin würde Nuklearangriff befehlen

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Theresa MayPremierministerin würde Nuklearangriff befehlen

Die neue britische Premierministerin Theresa May ist bereit, einen Nuklearanschlag anzuordnen, der Hunderttausende unschuldige Menschen tötet.

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sep/chk
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«Die nukleare Bedrohung ist nicht vorbei, wenn überhaupt, hat sie sich erhöht», sagt Theresa May.

«Die nukleare Bedrohung ist nicht vorbei, wenn überhaupt, hat sie sich erhöht», sagt Theresa May.

AP/Frank Augstein
Der oppositionelle Labour-Chef Jeremy Corbyn ist gegen die Erneuerung der nuklearen U-Boot-Flotte.

Der oppositionelle Labour-Chef Jeremy Corbyn ist gegen die Erneuerung der nuklearen U-Boot-Flotte.

Niklas Halle'n
Das britische Unterhaus folgt Theresa May und bewilligt die Erneuerung der nuklear bestückten U-Boot-Flotte.

Das britische Unterhaus folgt Theresa May und bewilligt die Erneuerung der nuklear bestückten U-Boot-Flotte.

epa/Andy Rain

Das britische Unterhaus hat eine Erneuerung der nuklear bestückten U-Boot-Flotte des Landes gebilligt. Nach einer sechs Stunden langen Debatte sprachen sich 472 Abgeordnete gestern für die Massnahme aus, 117 dagegen. Die Regierung beziffert die Kosten für den Austausch der Flotte auf bis zu 41 Milliarden Pfund, 53 Milliarden Schweizer Franken. Die U-Boote sollen im Laufe der nächsten 20 Jahre ersetzt werden.

Die neue konservative Premierministerin Theresa May sprach sich im Unterhaus vehement für eine Erneuerung der Flotte aus. Eine Abkehr von Atomwaffen käme einem «leichtsinnigen Wettspiel» gleich, erklärte sie. Auf die Frage eines Oppositionspolitikers, ob sie denn einen Nuklearschlag anordnen würde, der Hunderttausende von undschuldigen Männern, Frauen und Kindern tötet, antwortete sie ohne Zögern mit «Ja.» «Die nukleare Bedrohung ist nicht vorbei, wenn überhaupt, hat sie sich erhöht», sagte sie mit Blick auf Russlands Selbstbewusstsein und atomaren Bestrebungen von Ländern wie Nordkorea.

Gespaltene Opposition

Der oppositionelle Labour-Chef Jeremy Corbyn wandte sich gegen die Erneuerung der nuklearen U-Boot-Flotte. Wenn wir eine atomwaffenfreie Welt wollen, könnten wir hier anfangen, sagte er vor dem Votum den Abgeordneten. Allerdings verweigerten ihm mehr als die Hälfte seiner Fraktionskollegen die Gefolgschaft und votierten für eine Beibehaltung des Nuklearpogramms.

«Wir können unsere ultimative Absicherung nicht aufgrund eines unangebrachten Idealismus aufgeben. Das wäre ein waghalsiges Glücksspiel», sagte die konservative Premierministerin Theresa May. Labour-Chef Corbyn dagegen bezeichnete nukleare Abschreckung als «Drohung mit Massenmord».

Die britische U-Boot-Flotte zur nuklearen Abschreckung besteht derzeit aus vier U-Booten der Vanguard-Klasse, die mit dem Raketensystem Trident ausgestattet sind. Die Schiffe sollen nun nach und nach durch Nachfolgermodelle ersetzt werden. (sep/chk/sda/ap)

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