Aktualisiert 28.07.2016 09:35

Margarita BurnPressen Sie auf keinen Fall Zitronen in der Sonne aus!

Weil er einen Nachmittag lang bei schönstem Sonnenschein Limetten auspresste, zog sich ein Barkeeper Verbrennungen zweiten Grades zu.

von
jcg
1 / 8
An der prallen Sonne Zitrusfrüchte auszupressen, ist eine schlechte Idee.

An der prallen Sonne Zitrusfrüchte auszupressen, ist eine schlechte Idee.

iStock
Das musste der New Yorker Justin Fehntrich schmerzhaft erfahren. An einem Anlass presste er rund 100 Limetten aus. Dabei lief ihm eine Menge des sauren Safts über die Finger. Mit schwerwiegenden Folgen.

Das musste der New Yorker Justin Fehntrich schmerzhaft erfahren. An einem Anlass presste er rund 100 Limetten aus. Dabei lief ihm eine Menge des sauren Safts über die Finger. Mit schwerwiegenden Folgen.

iStock
Einige Tage nach dem Job als Barkeeper bildeten sich auf den Händen des Studenten grosse Brandblasen.

Einige Tage nach dem Job als Barkeeper bildeten sich auf den Händen des Studenten grosse Brandblasen.

Justin Fehntrich

Zitrusfrüchte und Sonnenlicht sind eine gefährliche Mischung. Das musste der New Yorker Justin Fehntrich am eigenen Leib schmerzhaft erfahren. Der Student half vor einem Monat an einer Wohltätigkeitsveranstaltung als Barmann aus und musste dabei rund 100 Limetten für Cocktails auspressen, wie «The Atlantic» berichtete. Einige Tage später landete er im Spital – mit schweren Verbrennungen an den Händen.

Fehntrich hatte sich sogenannte Margarita Burns (Margarita-Verbrennungen) zugezogen. In den USA werden sie so bezeichnet, weil zur Herstellung des Sommerdrinks Margarita viel frischgepresster Limettensaft benötigt wird. Hierzulande heisst die Erkrankung Wiesengräserdermatitis oder Photodermatitis.

Extreme Lichtempfindlichkeit

Einfach ausgedrückt entsteht sie, wenn Psoralene auf die Haut gelangen. Diese Stoffe findet man in verschiedenen Pflanzen wie Zitronen und Limetten, aber auch im Sellerie und in Feigen. Gelangt der Stoff auf die Haut, dauert es etwa eine halbe Stunde, bis er von der Haut absorbiert worden ist. Spätestens dann heisst es: Sofort raus aus der Sonne.

Denn Psoralen machen die Haut extrem lichtempfindlich. Die New Yorker Dermatologin Doris Day sagte auf Livescience.com: «Psoralen liebt UV-Strahlen.» Wenn nun also Sonnenstrahlen auf die Haut träfen, «packe» das Psoralen diese, was zu Verbrennungen führe, so Day. Der Stoff verzehnfache die Wirkung der Strahlen.

Der Effekt halte etwa 24 Stunden lang an. Ganz hilflos ist man der Wiesengräserdermatitis aber nicht ausgeliefert. Gelangt Psoralen auf die Haut, hat man je nach Konzentration des Stoffes etwa 10 bis 30 Minuten Zeit, ihn abzuwaschen. Verpasst man die Gelegenheit, hilft auch die stärkste Sonnencreme nichts mehr.

Ein Schnitz reicht

Fehntrich presste an jenem Tag laut eigenen Angaben so lange Limetten, bis er schrumpelige Hände hatte. Doch bereits das Ausdrücken eines einzigen Zitronenschnitzes am Strand kann reichen, um sich Verbrennungen zuzuziehen. Dabei zeigt sich die Wirkung verzögert. Bei Fehntrich dauerte es von Samstag bis Donnerstag, bis sich grosse Brandblasen gebildet hatten.

Im Spital wurde er wie ein Brandopfer behandelt, worauf die Blasen nach einigen Tagen verschwanden. Vollständig ausgeheilt waren die Hände erst Wochen später. Was bleibt, sind die gleichen Risiken wie bei einem normalen Sonnenbrand, sagte Day. Also beschleunigte Hautalterung und ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.