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In eigener SachePresserat weist Beschwerde gegen 20 Minuten ab

Ein Leser hatte kritisiert, dass 20 Minuten in einem Artikel über George Floyd wichtige Informationen unterschlagen haben soll. Gemäss dem Schweizer Presserat hat 20 Minuten hingegen «sachlich richtig informiert».

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Ein Graffiti-Artist sprayt in Manchester ein Memorial an George Floyd.

Ein Graffiti-Artist sprayt in Manchester ein Memorial an George Floyd.

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Der Schweizer Presserat hat eine Beschwerde über einen Artikel von 20 Minuten zum Tod des Afroamerikaners George Floyd abgewiesen. 20 Minuten hatte über neu aufgetauchte Videoaufnahmen der Bodycam eines der Polizisten berichtet, die Floyd verhafteten. Ein Leser kritisierte gegenüber dem Presserat, die Zeitung habe wichtige Informationen unterschlagen, etwa, dass Floyd schon nicht mehr richtig atmen konnte, bevor ihm ein Polizist sein Knie auf den Nacken drückte. Oder dass sich der Schwarze den Anordnungen der Polizisten widersetzte.

Der Presserat entschied, dass 20 Minuten in einer ganzen Reihe von Berichten über Floyds Tod sachlich richtig informierte. Dass die Pendlerzeitung dabei im kritisierten Artikel den Fokus auf neu aufgetauchte Sachverhalte legte, sei nicht willkürlich gewesen. Die beiden vom Beschwerdeführer monierten Aspekte kamen zudem ebenfalls vor, wenn auch nicht so ausführlich wie in früheren Artikeln zum Thema.

Presserat rügt Blick

Gerügt hat der Presserat hingegen den Blick wegen der Verletzung der Privatsphäre einer Frau. Die junge Frau war, obwohl sie mit dem Coronavirus infiziert und zuhause isoliert war, feiern gegangen. Sie wurde in der Zwischenzeit dafür per Strafbefehl zu einer Busse von 1500 Franken und zur Zahlung der Verfahrenskosten von 400 Franken verurteilt. Die Frau sei mit Bildern und zahlreichen Angaben so weit kenntlich gemacht worden, dass sie nicht nur in ihrem engeren Umfeld identifizierbar gewesen sei, wie der Presserat am Freitag mitteilte.

Der Blick stellte sich auf den Standpunkt, die junge Frau sei aufgrund des schwarzen Balkens für den Durchschnittsleser nicht erkennbar gewesen. Auch die Altersangabe habe nicht für eine Identifizierung ausgereicht. Dass sie im Betreuungsbereich arbeite, sei derart unspezifisch, dass keinerlei Rückschlüsse auf ihren Beruf oder ihren Arbeitsort möglich seien. Zudem sei der Name der jungen Frau geändert worden.

(20 Minuten/SDA)

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