Aktualisiert 23.04.2014 13:42

Zu Fuss und mit RosenkranzPriester pilgert 1 Kilometer auf der Autobahn

Ein Priester ist am Dienstag mitten auf der A9 spazieren gegangen, nachdem er einen Autounfall gehabt hatte. Dabei hatte er einen Rosenkranz in der Hand und viel Glück im Gepäck.

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geb/joe/vro

Da war wohl mehr als ein Schutzengel am Werk: Obwohl er zu Fuss einen Kilometer weit mitten auf der Autobahn spazierte, blieb ein polnischer Priester unverletzt. Nach einem Autounfall auf der A9 bei Villeneuve VD am Dienstagnachmittag entschloss er sich kurzerhand, seine Reise zu Fuss fortzusetzen – in der Mitte der Autobahnstrecke. «Er hatte seinen Rosenkranz in der Hand und ging weiter, als ob nichts wäre», sagte eine Leser-Reporterin zu 20 Minutes. Er habe – vermutlich aufgrund des Schocks – verloren gewirkt. Die Leute seien aber vorsichtig an ihm vorbeigefahren.

«Er ist zuerst rund 20 Meter in die falsche Richtung gegangen», erzählt ein weiterer Leser-Reporter. Dann sei er wütend geworden und habe seinen Schal mitten auf der Fahrbahn auf den Boden geworfen. «Es war unglaublich.»

Von der nicht alltäglichen Begegnung müssen sich die beiden Zeugen erst erholen. «Es war ziemlich seltsam und eindrücklich. Im ersten Moment hatte ich grosse Angst», sagt die Leser-Reporterin. Als sie die Polizei rief, habe man ihr nicht sofort geglaubt. «Sie haben mich gefragt, ob ich mir wirklich sicher sei.»

In zwei Autos geprallt

Pierre-Olivier Gaudard von der Kantonspolizei Waadt bestätigt den Vorfall. Der Priester sei Richtung Lausanne auf der linken Autobahnspur unterwegs gewesen, als er in einen Stau geriet. Dort prallte er mit seinem Fahrzeug in das Auto vor ihm. Ohne die Handbremse anzuziehen, sei er dann ausgestiegen. Sein Fahrzeug sei danach rückwärtsgerollt und in ein weiteres Auto geprallt, bevor es in der mittleren Böschung zum Stehen kam.

Der Priester setzte seinen Weg währenddessen zu Fuss fort. Er sei rund einen Kilometer auf der Autobahn gewandert, bevor er sich schliesslich in einen Rebberg verzogen habe. «Er hat gegen das Strassenverkehrsgesetz verstossen. Und er hat Fahrerflucht begangen, weil er sein Auto stehen gelassen hat und weggegangen ist», sagt Gaudard. Beamte hätten ihn in der Nähe einer Schule in Villeneuve aufgegriffen. Den Ausweis musste der Geistliche auf der Stelle abgeben, Alkohol war laut Gaudard nicht im Spiel.

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