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Wegen erhöhtem InfektionsrisikoPrimarlehrer sollen früher geimpft werden

Im Kanton Baselland sind Primarlehrpersonen doppelt so häufig von einer Corona-Infektion betroffen wie der Rest der Bevölkerung. Die SP fordert jetzt, dass sie bei der Impfung mit dem Gesundheitspersonal gleichgestellt werden.

von
Lukas Hausendorf
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Primarlehrpersonen haben im Kanton Baselland ein erhöhtes Risiko an Corona zu erkranken, wie eine Auswertung der kantonalen Statistik von SRF ergab. Sie werden fast doppelt so häufig infiziert wie die Normalbevölkerung.

Primarlehrpersonen haben im Kanton Baselland ein erhöhtes Risiko an Corona zu erkranken, wie eine Auswertung der kantonalen Statistik von SRF ergab. Sie werden fast doppelt so häufig infiziert wie die Normalbevölkerung.

Reto Oeschger/Tamedia
So wurden 6,3 Prozent der Primarlehrerinnen und -lehrer positiv getestet. Bei der übrigen Bevölkerung liegt der Wert bei 3,6 Prozent. Diese Zahlen seien besorgniserregend, findet der Präsident des Baselbieter Lehrervereins Roger von Wartburg.

So wurden 6,3 Prozent der Primarlehrerinnen und -lehrer positiv getestet. Bei der übrigen Bevölkerung liegt der Wert bei 3,6 Prozent. Diese Zahlen seien besorgniserregend, findet der Präsident des Baselbieter Lehrervereins Roger von Wartburg.

REUTERS
Die Baselbieter SP-Präsidentin Miriam Locher fordert nun, dass Lehrpersonen im gleichen Zug wie das Gesundheitspersonal geimpft werden sollen. Ein entsprechender Vorstoss soll demnächst ins Kantonsparlament kommen.

Die Baselbieter SP-Präsidentin Miriam Locher fordert nun, dass Lehrpersonen im gleichen Zug wie das Gesundheitspersonal geimpft werden sollen. Ein entsprechender Vorstoss soll demnächst ins Kantonsparlament kommen.

SP BL

Darum gehts

  • Primarlehrpersonen im Kanton Baselland stecken sich doppelt so häufig mit Corona an wie der Rest der Bevölkerung.

  • Weil Kinder keine Masken tragen im Unterricht, verlangt der Lehrerverband bessere Schutzmasken für das Lehrpersonal.

  • Die SP geht noch weiter und verlangt, dass Primarlehrpersonen früher geimpft werden sollen.

Bei Kindern sind asymptomatische Verläufe von Corona-Infektionen häufig, ansteckend sind sie aber trotzdem. Das bekommen im Kanton Baselland Primarlehrpersonen besonders zu spüren. Ihre Schüler tragen im Unterricht nämlich keine Masken. Eine Recherche des «Regionaljournal Basel» von Radio SRF zeigt nun, dass sich Primarlehrpersonen deutlich häufiger mit Corona infizieren als die restliche Bevölkerung.

So wurden 6,3 Prozent der Primarlehrerinnen und -lehrer positiv getestet. Bei der übrigen Bevölkerung liegt der Wert bei 3,6 Prozent. Diese Zahlen seien besorgniserregend, findet der Präsident des Baselbieter Lehrervereins Roger von Wartburg. «Es ist Zeit, dass die Schutzmassnahmen an den Schulen verbessert werden», sagt er gegenüber SRF.

Konkret solle das Lehpersonal mit FFP2-Schutzmasken ausgerüstet werden, die im Gegensatz zu den Hygienemasken auch den Träger explizit vor einer Ansteckung schützen. Der Lehrerverein habe diese Forderung schon mehrfach beim kantonalen Krisenstab deponiert, passiert ist aber bislang nichts. Der Sprecher des Krisenstabs erklärte gegenüber SRF, dass die Frage der Schutzmasken «noch nicht abschliessend geklärt» sei.

Kanton zählt Lehrpersonen nicht zur Risikogruppe

Noch weiter geht die Baselbieter SP. Deren Präsidentin Miriam Locher, selbst Kindergärtnerin, fordert, dass Lehrerinnen und Lehrer im gleichen Zug wie das Gesundheitspersonal geimpft werden sollen. Diese Forderung will die Partei nun im kantonalen Parlament deponieren.

Der Kanton hält davon nichts. Man halte sich beim Impfen an die Empfehlungen des Bundes und da gelten Lehrpersonen nicht als Risikogruppe, weshalb diese auch nicht generell bevorzugt würden.

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