Prime Forestry: Illegale Baumgeschäfte

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Prime Forestry: Illegale Baumgeschäfte

Wegen der unerlaubten Entgegennahme von Publikumsgeldern musste die Prime Forestry Group ihre Türen schliessen. Dies hat das Bundesgericht nun gutgeheissen.

Die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) hat den Konkurs und die Liquidation der Prime Forestry Switzerland AG zu Recht angeordnet. Dies hat das Bundesgericht entschieden. Das Unternehmen, das dem nachhaltigen Anbau von Teakhölzern in Panama nachging, hatte unerlaubterweise Publikumsgelder entgegengenommen.

Die Prime Forestry Switzerland AG vertrieb über rund 50 Telefonverkäufer in Zürich und deren 15 in Toronto das Produkt «Treedirect». Der Kunde erwarb einen Teak-Baumbestand in Panama, der über eine Tochtergesellschaft von Prime Forestry bewirtschaftet, aufgeforstet und nach dem 20. Jahr verkauft werden sollte. Die Prime Forestry versprach Jahresrenditen von bis zu 14 Prozent. Es sollen insgesamt mehrere Tausend Kunden als «Baumpartner» rund 60 Millionen Franken investiert haben.

Anfang 2004 prüfte die EBK die Aktivitäten der Prime Forestry und erklärte diese aufgrund der Angaben des Unternehmens finanzmarktrechtlich als nicht bewilligungspflichtig. Zwei Jahre später jedoch untersagte die EBK der Prime Forestry jegliche weitere Entgegennahme von Publikumseinlagen und liess das Geschäftsmodell näher untersuchen. Im Mai 2006 stellte der Präsident der EBK fest, dass die Prime Forestry gegen das Verbot der gewerbsmässigen Entgegennahme von Publikumsgeldern verstossen habe und verfügte deshalb den Konkurs und die Liquidation des Unternehmens.

Die dagegen eingereichte Verwaltungsgerichtsbeschwerde hat das Bundesgericht jetzt vollumfänglich abgewiesen. Wie bereits die EBK kamen auch die Lausanner Richter zum Schluss, dass die Prime Forestry in einer Vielzahl von Fällen den Baumpartnern entgegen dem «Treedirect»-Modell keine Bäume zu Eigentum übereignet hatte und ein Eigentumsnachweis in Panama nicht möglich war. Damit haben aber die von den Baumpartnern einbezahlten Gelder als gewerbsmässig entgegengenommene Publikumseinlagen zu gelten. Dieses Geschäft ist den Banken vorbehalten. Da die Prime Forestry zudem überschuldet war und die illegale Geschäftstätigkeit nicht in eine legale Aktivität überführt werden konnte, blieb der EBK im Interesse aller Gläubiger nichts anderes übrig, als über die Prime Forestry den Konkurs zu eröffnen und die Liquidation durchzuführen. Prominentestes Führungsmitglied von Prime Forestry war als Vizepräsidentin des Verwaltungsrats Carole Franklin, ehemalige WWF-Chefin und heutige Ombudsfrau der Telekom-Branche. (dapd)

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