Prinz Harrys Nazi-Auftritt ruft EU auf den Plan
Aktualisiert

Prinz Harrys Nazi-Auftritt ruft EU auf den Plan

Der Auftritt des englischen Prinzen Harry in einem Nazi-Kostüm hat Europa aufgeschreckt.

Die luxemburgische EU- Ratspräsidentschaft kündigte am Montag einen neuen Anlauf für den Rahmenbeschluss gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit an.

Die Initiative wurde bislang von Italien blockiert. Fachleute der 25 EU-Staaten sollen nach dem Willen des EU-Vorsitzes nun eine Lösung suchen. «Im Zusammenhang mit diesem Rahmenbeschluss wird auch die Frage der Verwendung von Nazi-Symbolen aufgeworfen», hiess es.

Justizkommissar Franco Frattini erklärte seine Bereitschaft, ein EU-weites Verbot nationalsozialistischer Symbole zu prüfen. Wichtiger sei aber der Kampf gegen die entsprechenden Ideen, sagte der EU-Kommissar nach Angaben seines Sprechers.

Frattini schränkte zugleich ein, bisher sei nicht klar, ob ein Verbot von Nazi-Symbolen in die Zuständigkeit der EU falle oder von den Mitgliedstaaten geregelt werden müsse. Die Kommission habe keinen Überblick über entsprechende nationale Verbote.

Gerhard Schröder: «Britische Angelegenheit»

Bundeskanzler Gerhard Schröder will sich aus der Diskussion über den Auftritt des britischen Prinzen Harry in einem Nazi-Kostüm heraushalten. «Ich äussere mich nicht zu Angehörigen des britischen Königshauses», sagte Schröder am Montag vor Journalisten in Berlin. «Das ist eine Frage, die sollte innerhalb Grossbritanniens geklärt werden.» Das Verhalten eines jungen Mannes sollte nicht Gegenstand politischer Bewertung des deutschen Kanzlers sein.

(sda)

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