Aktualisiert 01.04.2010 15:39

Aborigine-KriegerPrinz William auf Schädelsuche

Der britische Prinz William hilft den australischen Aborigines, den vor 200 Jahren nach England geschickten Schädel eines legendären Kriegers wiederzufinden.

von
pbl
Prinz William mit einem Aborigine-Stammesältesten bei seinem Australien-Besuch im Januar 2010.

Prinz William mit einem Aborigine-Stammesältesten bei seinem Australien-Besuch im Januar 2010.

Der Aborigine Pemulwuy hatte eine Widerstandsbewegung gegen die britischen Siedler in Australien angeführt und war 1802 von Soldaten getötet worden. Sein abgeschlagener Kopf wurde nach England geschickt, wo er mit der Zeit spurlos verschwand. Seit langem setzen sich die Aborigines dafür ein, das Haupt des legendären Kriegers, den sie als Nationalhelden betrachten, wiederzufinden.

Als Prinz William, der Sohn des britischen Thronfolgers, im Januar Australien besuchte, wurde er von Stammesältesten gebeten, bei der Suche zu helfen. Zu ihrer Überraschung hat er genau das getan. Vor kurzem erhielt der Aborigine-Aktivist Mick Mundine einen Brief von Williams Privatsekretär, in dem dieser mitteilte, er habe im Auftrag des Prinzen begonnen, den Schädel mit Hilfe des Naturhistorischen Museums in London zu suchen.

«Der Prinz war zutiefst berührt von der Geschichte des Kriegers und von den tiefen Gefühle, die von den Eingeborenen in Australien damit verbunden werden», heisst es in dem Brief. Mick Mundine zeigte sich gegenüber der «Times» erfreut: «Es ist ein wahrer Segen, dass er uns und unserer Bitte so viel Respekt entgegenbringt.» Dies werde dabei helfen, die Wunden der jahrhundertelangen Unterdrückung zu heilen und könnte dazu beitragen, die Einstellung künftiger Generationen zu ändern.

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