Schweizer Bier: Privatbrauereien sagen Grossen Kampf an
Aktualisiert

Schweizer BierPrivatbrauereien sagen Grossen Kampf an

Zehn mittlere und kleinere Schweizer Privatbrauereien haben sich auf dem Tellspielareal bei Interlaken mit einem Qualitätssiegel auszeichnen lassen. Damit legen sie sich mit den grossen Brauereien an.

Die Privatbrauereien in der Schweiz kämpfen gegen die ausländische Konkurrenz.

Die Privatbrauereien in der Schweiz kämpfen gegen die ausländische Konkurrenz.

Die zehn Schweizer Privatbrauereien wurden alle mit dem Qualitätssiegel der deutschen Vereinigung Brau Ring ausgezeichnet. Das Qualitätssiegel soll die kleinen Brauereien im hart umkämpften Biermarkt stärken und ihnen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den grossen Weltkonzernen verschaffen. Von dem Gütesiegel sollen Konsumenten, Gastronomen und der Handel profitieren, schreiben die Brauereien in einer gemeinsamen Mitteilung.

Mediengerecht inszeniert, leisteten die Vertreter der zehn Brauereien vor den Kulissen des Tellspiels einen Qualitätsschwur. Damit verpflichten sie sich unter anderem, ihre Biere einer jährlichen Prüfung bei einem unabhängigen Institut zu unterziehen. Das Siegel erhielten die Brauereien Felsenau (Bern), Rugen (Interlaken), H. Müller (Baden), Brauerei Baar (Baar), Locher (Appenzell), Falken (Schaffhausen), Adler (Schwanden), Rosengarten (Einsiedeln), Stadtbühl (Gossau) und Sonnenbräu (Rebstein). Acht der zehn Brauereien laden am 6. August zum offenen Zapfhahn ein.

Rückläufiger Konsum

Der Bierkonsum pro Kopf schrumpfte in der Schweiz in den letzten Jahren. 2009 betrug er noch 57,2 Liter pro Kopf, fast 14 Liter weniger als noch 1990. Doch gerade bei den kleinen und mittleren Brauereien wurde nicht selten ein tendenziell gegenläufiger Trend festgestellt. Sie produzieren über 100 verschiedene Biere, wie auf der Internetseite der Interessengemeinschaft unabhängiger Klein- und Mittelbrauereien zu lesen ist. Den Löwenanteil am Markt mit über 80 Prozent halten aber unbestritten die Grosskonzerne Carlsberg/ Feldschlösschen und Heineken sowie importierte Biere.

Die Klein- und Mittelbrauereien kamen 2009 auf einen Marktanteil von rund zehn Prozent. Überregionale Brauereien kamen auf fünf Prozent und Microbrauereien auf gerade mal ein Prozent.

Regional verankert

Einer der Trümpfe der kleinen und mittleren Brauereien ist ihre lokale Verankerung. Diese komme bei den Konsumenten gut an, wie Stefan Simon von der Berner Brauerei Felsenau erklärte. Der Trend beim Bier gehe eindeutig hin zu Spezialisierung und Regionalisierung. Ein Streifzug durch das Angebot der Schweizer Klein- und Mittelbrauereien zeigt durchaus Interessantes, vom unfiltrierten Zwickelbier, über Weizen-, Kastanien-, Reis- bis zum Ribelmais- und Dinkelbier. Auch ein paar wenige dunkle Biere finden sich.

Die Kooperationsgesellschaft Brauring, die das Qualitätssiegel vergibt, wurde 1973 gegründet und zählt heute 200 Brauereien in Deutschland und 26 in der Schweiz und Österreich zu ihren Mitgliedern. Neben den professionellen Brauereien hat sich in der Schweiz in den letzten Jahren auch eine aktive Heimbrauerszene etabliert. Viele dieser Hobbybrauer sind ausgesprochen experimentierfreudig. An mittlerweile diversen Wettbewerben können sie sich messen und austauschen.

(sda)

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