Private Pokerrunden boomen
Aktualisiert

Private Pokerrunden boomen

Immer mehr
Zentralschweizer pokern
in privatem Rahmen um
Geld. Die Polizei verhält
sich passiv.

«Private Pokerrunden boomen auch in der Zentralschweiz», sagt Pokertrainerin Claudia Chinello. Dabei wird nicht selten um Geld gespielt – legal ist das allerdings nur beschränkt (siehe Box). Dies mussten auch jene 27 Spieler erfahren, deren Pokerrunde in einem Wohnhaus in Sachseln letzte Woche von der Kantonspolizei Obwalden aufgelöst wurde (20 Minuten berichtete).

Für Insider ist klar, dass es sich dabei nicht um ein grosses Pokern unter Kollegen handelte. «Da mit Einsätzen um die hundert Franken pro Person gespielt wurde, sieht mir das nach einem organisierten Turnier aus», sagt ein Luzerner Pokerspieler. Unter Kollegen seien eher Einsätze um die zehn Franken üblich.

Obwohl illegale Spiele im heimischen Rahmen zunehmen, fahndet die Polizei nicht gezielt danach. «In Sachseln gingen wir einem anonymen Hinweis nach», sagt Hanspeter Durrer von der Kriminalpolizei Obwalden. «Jagd auf private Spieler machen wir keine.» Auch in Luzern stehen private Pokerrunden nicht zuoberst auf der Prioritätenliste, wie Mediensprecher Richard Huwiler gestern auf Anfrage sagte.

Markus Fehlmann

Spielen um Geld nur mit Bewilligung

Ausserhalb von Casinos ist Pokern um Geldbeträge nur unter strengen Auflagen und mit einer Bewilligung erlaubt. Die Eidgenössische Spielbankenkommission hat das Gesetz entsprechend gelockert – vor gut einer Woche sind die ersten Bewilligungen für Pokerturniere ausserhalb von Casinos erteilt worden. Ohne Bewilligung ist Pokern sowohl um Geld als auch um Sachpreise nach wie vor verboten. Selbst ein Spiel um ein Rollschinkli im heimischen Rahmen ist theoretisch strafbar.

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