Stadt Zürich: Private sollen vereinfacht Flüchtlinge beherbergen
Aktualisiert

Stadt ZürichPrivate sollen vereinfacht Flüchtlinge beherbergen

Das Zürcher Stadtparlament unterstützt einen Vorstoss der SP, der Flüchtlinge und Private einfacher zusammenbringen soll.

von
fal
Zusammenleben ohne grossen bürokratischen Hürden: Wie bei dieser Familie im Kanton Waadt sollen auch in Zürich Flüchtlinge bei Privatpersonen leben können. (16. April 2015)

Zusammenleben ohne grossen bürokratischen Hürden: Wie bei dieser Familie im Kanton Waadt sollen auch in Zürich Flüchtlinge bei Privatpersonen leben können. (16. April 2015)

In der Stadt Zürich sollen Privatpersonen Flüchtlinge ohne grosse bürokratische Hürden aufnehmen können. Wie ein entsprechendes Pilotprojekt funktionieren könnte, soll der Stadtrat nun prüfen. Das Stadtparlament hat ein Postulat der SP mit grossem Mehr unterstützt.

Stadtrat Raphael Golta (SP), Vorsteher des Sozialdepartementes, bezeichnete am Mittwochabend das Projekt als «sehr anforderungsreich». Aber es sei ein «sinnvoller Kanal», den die Stadt auf der Suche nach Wohnraum für Flüchtlinge auch nutzen wolle.

«Ein grosser Hosenlupf»

Die Stadt Zürich muss pro Jahr rund 1800 Asylsuchende aufnehmen. Da die Aufnahmequote ab Januar 2016 von 0,5 auf 0,7 pro 1000 Einwohner steigt, erhöht sich die Zahl um 800 Personen. Schon das sei ein «grosser Hosenlupf» sagte Golta.

Das Postulat unterstützt eine Idee, welche bereits Ende September auftauchte. Damals hatte der Stadtrat verschiedene Massnahmen zur Bündelung und Koordination privater Hilfsangebote angedacht – beispielsweise ein Gastfamilien-Projekt und der vermehrte Einbezug des Freiwilligen-Hilfsprojekts Transfair der Asylorganisation AOZ.

Zusammen mit der AOZ, der Flüchtlingshilfe und anderen Organisationen soll denn auch das neuste Pilotprojekt ausgearbeitet werden.

Idealer Zeitpunkt

Die Mehrheit (SP, Grüne, AL, GLP, CVP, FDP) bezeichnete den Zeitpunkt für ein solches Projekt als ideal. Allerdings dürften sich Private daran nicht bereichern. Zudem soll diese Art der Unterbringung nicht teurer sein als in erprobten Einrichtungen.

Gegen das Projekt sprach sich die SVP aus. Es sei inhaltlich unvernünftig und sende ein vollkommen falsches Signal aus, sagte ihr Sprecher. Das Postulat wurde mit 96 Ja- gegen 22 Nein-Stimmen an den Stadtrat zur Prüfung überwiesen.

(fal/sda)

Deine Meinung