Aktualisiert 05.02.2019 06:15

Angebot auf Ricardo

Privatperson bietet BE 37 an – ab 40'000 Franken

Das begehrte Autokennzeichen BE 37 kann derzeit auf einer Auktionsplattform ersteigert werden – Anbieter ist eine Privatperson. Nicht jeder Kanton erlaubt diese Praxis.

von
cho
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Seit Sonntag kann die Nummer BE 37 auf der Auktionsplattform Ricardo ersteigert werden – für satte 40'000 Franken.

Seit Sonntag kann die Nummer BE 37 auf der Auktionsplattform Ricardo ersteigert werden – für satte 40'000 Franken.

Printscreen ricardo.ch
«Der Preis war für uns schwierig zu definieren. Wir haben uns einfach an den anderen Autonummern-Auktionen orientiert», sagt Jan Eckmann, der BE 37 für eine Bekannte versteigert.

«Der Preis war für uns schwierig zu definieren. Wir haben uns einfach an den anderen Autonummern-Auktionen orientiert», sagt Jan Eckmann, der BE 37 für eine Bekannte versteigert.

PD
Wer auf den Auktionsplattformen nach Kontrollschildern sucht, merkt schnell, dass etliche spezielle oder tiefere Nummernschilder online feil geboten werden – die meisten jedoch unter der 1000-Franken-Marke.

Wer auf den Auktionsplattformen nach Kontrollschildern sucht, merkt schnell, dass etliche spezielle oder tiefere Nummernschilder online feil geboten werden – die meisten jedoch unter der 1000-Franken-Marke.

Printscreen ricardo.ch

1,5 Millionen Franken hat der Kanton Bern letztes Jahr mit dem Versteigern von tiefen Autonummernschilder eingenommen – so viel wie noch nie. Wie ein Augenschein auf Ricardo zeigt, wollen auch Private ihre Haushaltskasse auf diese Weise aufpolieren. So etwa der Halter von BE 37. Seit Sonntag kann diese Nummer auf der Auktionsplattform Ricardo ersteigert werden – für mindestens 40'000 Franken.

«Der Preis war für uns schwierig zu definieren. Wir haben uns einfach an den anderen Autonummern-Auktionen orientiert», sagt Jan Eckmann, der BE 37 für eine Bekannte versteigert. Diese habe die tiefe Autonummer vor 12 Jahren erworben und dafür auch eine höhere Summe bezahlt. Verglichen mit dem, was solche Nummern einbringen würden, sei das Minimumgebot von 40'000 nicht sehr viel. In der Tat verkaufte der Kanton Bern Ende 2018 etwa das Kontrollschild BE 5 für 151'000 Franken.

Nicht in allen Kantonen erlaubt

«So viel werden wir wohl nicht einnehmen», sagt Eckmann. Er hoffe aber, dass sich «zwei, drei Liebhaber» der Nummer 37 finden, damit bei der Auktion etwas Wettbewerb herrsche. Bisher habe noch niemand ein Gebot abgegeben – «es haben sich jedoch bereits mehrere Interessierte bei mir gemeldet», so Eckmann. Der Berner geht davon aus, dass die Gebote erst kurz vor Auktionsende abgegeben werden. «Und falls gar keine kommen, ist das auch nicht weiter tragisch», sagt Eckmann. Dann werde die Besitzerin das Nummernschild einfach weiter benutzen.

Wer auf den Auktionsplattformen nach Kontrollschildern sucht, merkt schnell, dass diverse spezielle oder tiefere Nummernschilder online feilgeboten werden – die meisten jedoch unter der 1000-Franken-Marke. Besonders oft vertreten sind Schilder aus den Kantonen Bern, Neuenburg und Thurgau. Denn nicht alle Behörden erlauben das Überschreiben von Nummern. Im Kanton Zürich etwa ist das Abtreten von Kontrollschildern nur «unter Blutsverwandten in gerader Linie (Grossvater - Vater - Kind) sowie Ehegatten unter sich und Geschwistern» erlaubt. Der Kanton Luzern erlaubt die Überschreibung nur in Ausnahmefällen.

Zusätzliche Kosten vom Amt

Damit die Übertragung der Nummer im Kanton Bern ohne Probleme von statten geht, braucht es eine unterzeichnete Kontrollschildübertragung – und eine Zahlung an das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kanton Berns. Denn auf die Käufer würden weitere Kosten zukommen, warnt Beat Keller, Sprecher des Amtes: «Neben dem Kaufpreis können verschiedene Gebühren anfallen. Diese können bis zu 2000 Franken betragen.» Dies sei etwa der Fall, wenn die Nummer zuvor für gewerbliche Zwecke verwendet wurde und neu ein privates Auto schmücken soll.

Dass Private ihre Autonummern selber online versteigern ist laut Keller nicht die Regel. Wer ein solches Angebot nutzen will, dem empfiehlt er: «Interessenten sollen sich besser vorgängig bei uns melden, um zu erfahren, was für Zusatzkosten auf sie zukommen.»

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