Bülach ZH: Pro Natura zeigt Kanton wegen Baumfällaktion an
Aktualisiert

Bülach ZHPro Natura zeigt Kanton wegen Baumfällaktion an

Pro Natura hat wegen gefällten Bäumen an der A51 Strafanzeige gegen den Kanton Zürich eingereicht. Wer vorsätzlich Vogelnester während der Brutzeit zerstöre, mache sich strafbar.

von
sda/rom

20 Forstarbeiter fällten am Sonntag, 26. April, Hunderte von Bäumen entlang der A51 bei Bülach. Ziel des Holzschlags war, die Strassensicherheit weiter zu gewährleisten.

Eine solche umfangreiche Aktion sei zwar durchaus vertretbar, aber nur wenn sie zum richtigen Zeitpunkt stattfinde, teilte die Umweltorganisation Pro Natura Zürich am Donnerstag mit. «Ende April ist definitiv der falsche Zeitpunkt.»

Dann ist gemäss Mitteilung die Hauptbrutsaison der Vögel, die ihr Nest in oder auf Bäumen machen. Werden die Bäume gefällt, seien auch das Nest und die Vogeleier weg.

«Reine Augenwischerei»

Für die Umweltschutzorganisation sind die Sicherheitsgründe, die der Kanton geltend macht, «reine Augenwischerei, denn es waren garantiert nicht Hunderte von Bäumen ein Sicherheitsrisiko».

Die meisten der Vögel stehen unter Schutz. Die widerrechtliche und vorsätzliche Zerstörung der Nester während der Brutzeit ist strafbar. Pro Natura Zürich hat deshalb bei der Kantonspolizei Bülach Anzeige gegen den Verantwortlichen für den Holzschlag, den Betriebsleiter des Strasseninspektorats, Unterhaltsbezirk 2, eingereicht.

«Wir haben die Strafanzeige zur Kenntnis genommen», sagt Thomas Maag, Sprecher der Baudirektion. Da es sich um ein laufendes Verfahren handle, könne er jedoch nicht im Detail dazu Stellung nehmen. Nur soviel: «Zu den vielfältigen Aufgaben der Baudirektion gehört nebst dem Schutz der Natur auch der Schutz der Menschen vor Naturgefahren.»

Deine Meinung