Aktualisiert 05.05.2015 16:24

BahnstreikPro Tag fallen 40 Züge nach Deutschland aus

Seit zwei Uhr früh streiken die deutschen Lokführer. Im Nah- und Fernverkehr geht fast nichts mehr. Das hat auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr in der Schweiz.

von
num
Viele Verbindungen nach Deutschland fallen ab morgen aus.

Viele Verbindungen nach Deutschland fallen ab morgen aus.

Die deutsche Lokführergewerkschaft GDL hat in dem Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn in diesem Jahr bisher sieben Mal den Güter- oder Personenverkehr bestreikt. Nun hat um zwei Uhr früh der bisher längste Streik in der Geschichte der Bahn AG begonnen – 127 Stunden lang legen die Lokführer ihre Arbeit nieder. Nur noch rund jeder dritte Fernzug soll im Einsatz sein.

Das wird auch in der Schweiz spürbar: «Ab Dienstag werden rund 40 Züge pro Tag ausfallen», sagt SBB-Sprecher Reto Schärli. Es betrifft allerdings nur Reisende, die über die Grenze nach Deutschland wollen. Innerhalb der Schweiz fallen keine Züge aus.

Noch sei die Deutsche Bahn dabei, einen Ersatzfahrplan aufzustellen. Doch man könne bereits jetzt davon ausgehen, dass rund die Hälfte der Züge ab Basel nach Deutschland ausfallen werden, so Schärli.

Schweizer Lokführer dürfen nicht aushelfen

Auch Nachtzugreisende nach Amsterdam, Prag, Hamburg oder Berlin müssen andere Wege zu ihrem Ziel finden: Die City Night Line fällt aus. Ab Zürich fallen zudem die Verbindungen nach München und Stuttgart aus. Eine Alternative, um nach München zu gelangen, sind die IC-Busse ab Zürich Sihlquai/HB. Diese verkehren planmässig. Aktualisiert werden die Einschränkungen auf Sbb.ch/166.

Die SBB können der Deutschen Bahn für die Dauer des Streiks keine Lokführer ausleihen. «Erstens haben wir selbst zu wenig Personal, andererseits hätten unsere Leute sowieso keine Lizenz, um in Deutschland zu fahren», sagt Sprecher Schärli.

Schwieriger Konflikt

Der Konflikt in Deutschland ist so schwierig, weil die GDL mit der grösseren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) um Einfluss im Konzern ringt. Beide wollen zum Teil für dieselben Berufsgruppen verhandeln. Die Bahn will in getrennten Verhandlungen vergleichbare Ergebnisse erzielen.

Der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt kritisierte die neue Streikankündigung scharf. Dobrindt warnte die GDL davor, jede Glaubwürdigkeit und das Verständnis der Gesellschaft zu verspielen.

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