Aktualisiert 08.06.2011 13:07

Markt am Boden

Pro Tag werden 50'000 Gurken vernichtet

Die Angst vor dem Darmkeim EHEC hat den Gemüsebauern auf der Bodenseeinsel Reichenau Absatzrückgänge von 80 Prozent beschert. 300 000 Franken beträgt die Einbusse pro Tag.

Täglich müssen wegen der EHEC-Krise Unmengen von Gurken vernichtet werden.

Täglich müssen wegen der EHEC-Krise Unmengen von Gurken vernichtet werden.

Obwohl es in Baden-Württemberg keine Anhaltspunkte für Spuren des Erregers gebe, sei der Markt für die etwa 100 Erzeuger auf der Insel zusammengebrochen. Dies teilte die Reichenau-Gemüse-Vertriebsgenossenschaft am Mittwoch mit. Jeden Tag müssten 50 000 Gurken vernichtet werden, aktuell liege der Schaden bei den Familienbetrieben bei etwa 250 000 Euro (rund 300 000 Schweizer Franken).

Geschäftsführer Johannes Bliestle forderte die Behörden auf, die Gemüsebaubetriebe schnell und unbürokratisch zu entschädigen sowie die Warnungen vor Gemüse zurückzunehmen. «Sowohl die Erzeuger als auch die Vermarkter haben nichts falsch gemacht, das bestätigen die mehr als 100 Kontrollen, die durchgeführt wurden.»

Die Insel Reichenau ist Deutschlands südlichstes Gemüseanbaugebiet. Auf 40 Hektar unter Glas und 100 Hektar Freiland bauen die Betriebe nach eigenen Angaben jährlich etwa zwölf Millionen Gurken an. Damit ist die Insel der zweitgrösste Produzent von Gurken in Deutschland. Hinzu kommen Tomaten und Salate.

(sda)

Bereits 25 Todesopfer

Die Zahl der EHEC-Todesfälle in Deutschland ist weiter gestiegen. Bislang seien 25 Menschen im Zusammenhang mit dem gefährlichen Darmkeim gestorben, teilte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) am Mittwoch in Berlin nach einem Spitzentreffen mit. «Es ist leider auch nicht auszuschließen, dass noch weiter Todesfälle zu verzeichnen sind», fügte er hinzu.

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