Alkoholisierte Nordafrikaner: Probleme in Asylzentren nehmen zu
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Alkoholisierte NordafrikanerProbleme in Asylzentren nehmen zu

In Schweizer Asylunterkünften ist die Zahl von Gewaltsituationen gestiegen. Alkohol spielt dabei eine wichtige Rolle.

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foa
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Heftige Auseinandersetzung in einer unterirdischen Asylunterkunft in Aarau: Die Beamten fanden die zwei schwer verletzten Männer vor. (20. August 2016))

Heftige Auseinandersetzung in einer unterirdischen Asylunterkunft in Aarau: Die Beamten fanden die zwei schwer verletzten Männer vor. (20. August 2016))

Tele M1
Wie die Kantonspolizei mitteilte, trafen die Einsatzkräfte kurz darauf einen Mann an, der ein blutverschmiertes Messer in der Hand hielt.

Wie die Kantonspolizei mitteilte, trafen die Einsatzkräfte kurz darauf einen Mann an, der ein blutverschmiertes Messer in der Hand hielt.

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Der mutmassliche Täter liess sich widerstandslos festnehmen.

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Im ersten Quartal dieses Jahres mussten die Sicherheitsdienste in den Asylzentren des Bundes mehr als doppelt so häufig Gewaltsituationen bewältigen wie in den vorangegangenen Quartalen, wie die «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» berichten. Die Zeitungen berufen sich auf interne Berichte des Staatssekretariats für Migration (SEM). 240 Mal schritten die Sicherheitsdienste in den Bundeszentren konkret ein. Das seien mehr als doppelt so viele Fälle wie in den vorangegangenen Quartalen – obwohl die Auslastung deutlich gesunken ist.

Grund für diese Entwicklung nennt der Bericht sogleich. Es sei deutlich zu spüren, dass wieder viele Asylsuchende aus Nordafrika in die Schweiz gekommen seien: «Diese Klientel ist dem Alkoholkonsum nicht abgeneigt, gibt sich schon ohne Alkohol unkooperativ und problematisch und wird unter Alkoholeinfluss oft sehr renitent.» Als Reaktion auf die Zustände hat das SEM das Sicherheitsdispositiv verstärkt, etwa in den Empfangszentren Altstätten (SG) und Kreuzlingen (TG).

Investition in die Betreuung gefordert

Das kritisiert die Schweizerische Flüchtlingshilfe. Sie fordert, dass der Bund sein Unterbringungskonzept ändert. «Statt vorrangig auf Sicherheitsdienstleistungen zu setzen, würde es mehr bringen, in die Betreuung zu investieren», sagt Direktionsmitglied Constantin Hruschka.

Ein Mittel gegen Konflikte sind Beschäftigungsprogramme für Asylsuchende. Jedoch verfehlen die Betreuungsorganisationen die Vorgaben dazu deutlich. Gemäss der Rahmenvereinbarung mit dem SEM wären sie verpflichtet, die Asylsuchenden während rund vier Stunden pro Tag zu beschäftigen. Wie das SEM-Controlling zeigt, betrug die durchschnittliche Beschäftigungszeit in den Bundeszentren im ersten Quartal 2016 aber lediglich 2,7 Stunden, Tendenz sinkend. Nun geht das SEM über die Bücher und vertieft die Überprüfung des Beschäftigungsangebots und dessen Erfassung.

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