Steingruber-Bronze: Produkt einer taktischen Meisterleistung
Aktualisiert

Steingruber-BronzeProdukt einer taktischen Meisterleistung

Giulia Steingrubers Medaille hing an einem seidenen Faden. Doch es ging an diesem magischen Sonntag alles auf.

von
Marcel Allemann
Rio
1 / 4
Schlicht sensationell. Giulia Steingruber sichert sich im Sprung die Bronzemedaille. Eine Glanzleistung.

Schlicht sensationell. Giulia Steingruber sichert sich im Sprung die Bronzemedaille. Eine Glanzleistung.

epa/Tatyana Zenkovich
Natürlich freute sie sich auch mit und für ihren Trainer Zoltan Jordanov.

Natürlich freute sie sich auch mit und für ihren Trainer Zoltan Jordanov.

Keystone/Peter Klaunzer
Steingruber gab nach dem Triumph zu, doch sehr nervös gewesen zu sein.

Steingruber gab nach dem Triumph zu, doch sehr nervös gewesen zu sein.

AFP/Toshifumi Kitamura

Neben unglaublich viel Arbeit ist diese Bronzemedaille von Steingruber auch das Produkt einer taktischen Meisterleistung von ihr und ihrem Trainer Zoltan Jordanov. Eigentlich wollte die Ostschweizerin in Rio ihren neuen Sprung, den «Steingruber» (einen Überschlag mit doppelter Schraube), präsentieren. So war das in ihrer Saisonplanung vorgesehen. Diesen Sprung beherrscht sie in den Trainings gut, steht nach eigenen Angaben vier von fünf. Doch in einem Wettkampf hat sie ihn noch nie gezeigt, «weil es einfach nie richtig zusammengepasst hat», wie sie sagt.

Die Vernunft siegte

Und so begann bei ihr und Jordanov bereits vor ihrer Abreise nach Brasilien die Vernunft zu siegen, «und nach der Qualifikation war es dann definitiv klar», so Steingruber. Ein cleverer Schachzug, wie wir seit gestern wissen.

Die St. Gallerin erfand im Sprung-Final das Kunstturnen nicht neu, sondern zeigte mit dem Tschussowitina und dem Jurtschenko mit der Doppelschraube ihr angestammtes Programm. «Es war besser zwei Sprünge zu zeigen, bei denen ich weiss, dass ich sie gut kann» Wäre die Nordkoreanerin Un Jong Hong nicht gestürzt, hätte Steingruber die Medaille knapp verpasst. So aber ging alles perfekt auf.

Medaillenparty erst am Dienstag

Auf die rauschende Party für ihre Meisterleistung muss Steingruber allerdings trotzdem noch warten. Im Gegensatz zu allen anderen Schweizer Medaillengewinnern, wird sie sich im Anschluss nicht zur Feier im House of Switzerland präsentieren. Denn am Dienstag steht mit dem abschliessenden Boden-Final noch ein weiterer Höhepunkt an. «Ich habe noch ein grosses Ziel vor mir, der Boden ist die Königsdiziplin.» Steingruber versprach allerdings dann auch bereits, dass sie danach dann «so richtig loslassen» werde.

Wir nehmen sie beim Wort...

Deine Meinung