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«Bier wird massiv teurer»Produzent befürchtet erhöhten Bier- und Whiskypreis wegen Pestizidinitiative

Das von vielen heiss geliebte Bier droht nach Annahme der Agrarinitiative teurer zu werden, das befürchtet Bruno Eschmann, Whiskybrenner aus Niederbüren. Da wie beim Whisky auch beim Bier Gerstenmalz verwendet wird, hat er Berechnungen durchgeführt, wie viel teurer das Bier bei einer Annahme der Initiative werden würde.

von
Thomas Sennhauser
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Das von vielen heiss geliebte Bier droht nach Annahme der Agrarinitiative teurer zu werden, das befürchtet Bruno Eschmann, Whiskybrenner aus Niederbüren. Da wie beim Whisky auch beim Bier Gerstenmalz verwendet wird, hat er Berechnungen durchgeführt, wie viel teurer das Bier bei einer Annahme der Initiative werden würde.

Bruno Eschmann Whiskybrenner aus Niederbüren SG: «Pro Jahr trinken wir Schweizer 55 Liter Bier. Dazu importieren unsere Bauern 70’000 Tonnen Gerstenmalz. Wird die Pestizidinitiative angenommen, dürfen unsere Bauern nur noch Bio-Malz importieren, das macht das Bier dann 50 Prozent teurer.»

Kilian Baumann, Nationalrat der Grünen und Biobauer, kann diese Befürchtung überhaupt nicht teilen.

Kilian Baumann, Nationalrat Grüne BE: «In diese Berechnung wurde der Schweizer Zoll nicht miteinbezogen. Es werden ja hohe Zölle auf Getreide erhoben, wenn es an die Schweizer Grenze kommt. Und auch die Marge der Händler wurde nicht miteinbezogen. Das Zollgeschehen kenne ich ziemlich gut, meine Eltern betreiben seit 20 Jahren Landwirtschaft in der EU. Pestizidfreies Getreide wird dort fast zum gleichen Preis produziert wie konventionelles. Es wird dann einfach durch die Margen des Handels und die Zölle teurer gemacht.»

Zurzeit könne man nach dem Berner Nationalrat noch nicht genau sagen, wie sich die Preise entwickeln würden. Falls aber der Bierpreis steige, rechnet er nur mit kleinen prozentualen Veränderungen.

Kilian Baumann, Nationalrat Grüne BE: «In den zehn Jahren bis zur Umsetzung hat man die Möglichkeit zu evaluieren, welche Betriebe stark betroffen sind. Da muss man eine Härtefallregelung erarbeiten oder flankierende Massnahmen ergreifen - sodass man diesen Betrieben helfen kann und die Probleme löst. Eine solche Initiative gibt einen groben Rahmen vor. Danach gibt es üblicherweise viele Einzelinteressen, wobei man abschätzen muss, wie man damit umgeht. Aber es ist sicher nicht im Interesse der Initianten, dass man den Bierbrauern schadet. Es muss weiterhin möglich sein, in der Schweiz Bier zu produzieren.»

20 Minuten weiss, dass verschiedene Bierbrauer wegen der Initiativen ebenfalls eine Preissteigerung befürchten. Der Brauereiverband will sich zu diesem Thema aber erst in den nächsten Wochen äussern.

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